Was gibt es nach der Winterreifenpflicht zu beachten?

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Die Winterreifenpflicht hat seit 2010 laut StVO Bestand. Auch wenn man beim betreffenden Paragraphen Uneindeutigkeit bemängeln kann, ist die Sache mit den Winterpneus eigentlich klar: Winterreifen gehören bei schlechten Straßenverhältnissen, etwa Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- und Reifglätte an den fahrbaren Untersatz.

Genau genommen kann das unabhängig von Jahreszeiten gelten – herrscht bereits im September starker Schneefall, können die Winterreifen auch früher ran. Wie gesagt, O bis O muss nicht unbedingt immer zutreffen. Auf der sicheren Seite befinden sich diejenigen Fahrzeughalter, die beim ersten und auch beim letzten Schneefall richtig ausgerüstet sind, wann auch immer Frau Holle meint, die Kissen ausschütteln zu müssen. Und in den Werkstätten gilt so und so: „First come, first served.

“ Bei den Reifen sollte es sich des Weiteren um Reifen mit „M+S“-Symbol handeln. Da dieses Kennzeichen jedoch nicht genügend über die Wintertauglichkeit der Reifen aussagt, sollte man darauf achten, dass die Reifenflanke zusätzlich das Schneeflockensymbol trägt. Denn erst dieses Siegel stellt bewährte Winter-Profis heraus. Reifen mit Schneeflockensymbol sind online leicht zu finden. Die neuen Reifen sollten beim Kauf nicht älter als zwei Jahre sein. Das Produktionsjahr kann man an den letzten Ziffern der DOT-Nummer auf der Reifenseite ablesen. Wichtig: Auch die so genannten Ganzjahresreifen müssen zumindest das „M+S“-Kürzel aufweisen, wenn sie bei winterlichen Straßenverhältnissen eingesetzt werden sollen. Das Schneeflockensymbol kann auch auf diesen Allwetterreifen prangen, damit trifft man die bessere Wahl. Gerade bei Ganzjahresreifen sollte man beachten, dass Profiltiefe und Alter stimmen. Bei Winterreifen gilt: nicht weniger als 4 mm Profiltiefe und nicht älter als 6 Jahre – bei Ganzjahresreifen sollte man beim Alter entsprechend noch ein paar Jahre herunterrechnen. Schneeketten sind in Deutschland nicht üblich, müssen aber unter Umständen im europäischen Ausland wie u.a. in Österreich mitgeführt werden. Das Sicherheitsgefühl bei Fahrten mit Winterreifen ist keinem Placeboeffekt geschuldet – auf Winterpneus fährt es sich tatsächlich komfortabler. Schon bei Temperaturen von unter sieben Grad hat man wegen der speziellen Reifenmischung und dem Lamellenprofil der Winterreifen eine erhöhte Fahrstabilität und einen besseren Grip auf rutschigen Straßen. Man kann besser bremsen und souveräner fahren, und über Aquaplaning muss man sich auch weniger Sorgen machen. Im Übrigen: Ist ein Auto bei Wintereinbruch noch nicht winterfest, ist es nicht nur empfehlenswert das Auto stehen zu lassen, sondern eine Kavalierspflicht, vor allem, wenn die Sommerreifen nicht aufgerüstet sind. Ärgerlich ist ein Sommerreifen-Poker im Winter spätestens, wenn man von der Polizei mit Hausschlappen nach Hause geschickt wird oder der Pannendienst vorbeikommen muss.


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