Unbefugter Gebrauch eines Fahrzeugs

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Wer ein Kraftfahrzeug oder ein Fahrrad gegen den Willen des Berechtigten in Gebrauch nimmt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Gemeint ist, dass ein fremdes Fahrzeug benutzt wird, um eine Spritztour damit zumachen. Wie lange diese ist oder wohin mit dem Fahrzeug gefahren wird, ist keine Voraussetzunng für die Strafbarkeit. Es kann auch ausreichen, wenn man von der Haustüre das Fahren gegen den Willen des Eigentümers übt.  Auch der Versuch ist strafbar.

Abzugrenzen ist der unbefugte Gebrauch eines Fahrzeuges vom Diebstahl des Fahrzeugs.

Die Tat wird mit bis zu 3 Jahren oder Geldstrafe sowie Punkten in Flensburg bestraft (§ 248 b StGB), wenn die Tat nicht in anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist.

Allerdings wird die Tat nur auf Antrag verfolgt.

Kraftfahrzeuge im Sinne dieser Vorschrift sind die Fahrzeuge, die durch Maschinenkraft bewegt werden, Landkraftfahrzeuge nur insoweit, als sie nicht an Bahngleise gebunden sind.


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athandlung ist das Ingebrauchnehmen, das jedoch nicht bereits mit der Inbetriebnahme des Fahrzeugs, sondern durch Benutzung zur Fortbewegung. Dabei muss nicht zwingend eine besondere Ortsveränderung stattfinden, es reicht nach einer Ansicht bereits das Gebrauchen, um das Einparken zu üben. Umstritten ist dagegen, ob die Unbefugtheit sich auf die Art und die Dauer beschränken kann (so die Rechtsprechung).

Einen Gewahrsamswechsel setzt der Tatbestand nicht voraus. Der Verbrauch an Kraftstoff [2] und Motorleistung genügt jedoch nicht, statt des Tatbestandes des § 248b nunmehr einen Diebstahl (§ 242 StGB) oder die Entziehung elektrischer Energie tatbestandsmäßig werden zu lassen.

Voraussetzung ist jedoch, dass die Ingebrauchnahme sich gegen den Willen des Berechtigten (des Eigentümers) richtet. Wird während der Ingebrauchnahme die Erlaubnis zur Nutzung widerrufen, so bleibt der Tatbestandsausschluss weiterhin bestehen: die Ingebrauchnahme ist dann nicht tatbestandsmäßig.