Tipps für den Kauf eines Gebrauchtwagens

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Kauf_eines_gebrauchtenPKWMehrere Millionen Gebrauchtwagen wechseln Jahr für Jahr den Besitzer. Für Verbraucher, die sich kein fabrikneues Auto leisten können, stellt ein älteres Fahrzeug eine gute Möglichkeit dar, um mobil zu sein. Doch Gebrauchtwagenhändler versuchen ihre Autos mit Tricks zu verkaufen. Sie schummeln gerne mit optischen Auffrischungen und schwingen große Reden, damit sie ihr Fahrzeug an den Mann oder die Frau bringen. Um sich vor solchen Verkaufstricks zu bewahren, sollten Verbraucher die folgenden Tipps beachten.

Kauf im Internet

Verbraucher, die einen Gebrauchten im Internet erwerben, profitieren in der Regel von günstigeren Preisen. Die Autoportale im Netz verfügen über große Datenbanken, so dass sich das Wunschmodell leicht und unkompliziert finden lässt. Auf den zahlreichen Fotos, die das Auto von allen Seiten zeigen, sollten sich die Käufer aber nicht von der blitzblanken Schönheit blenden lassen. Der äußere Eindruck reicht für einen Qualitätstest nicht aus. Meistens verstecken sich unter den sauber polierten Karosserien versteckte Mängel. Eine Besichtigung ist grundsätzlich ratsam, am besten mit einem Experten oder einer anderen Person. Denn vier Augen sehen mehr als zwei.

Kauf beim Händler

Grundsätzlich ist ein Kauf beim professionellen Händler vorzuziehen, auch wenn der Verkaufspreis etwas höher ist, als von einer Privatperson. Denn Käufer haben beim Händler den Vorteil, dass das Kaufobjekt mindestens ein Jahr lang gesetzlich geschützt ist. Im Falle eines Schadens an Motor, Getriebe oder Fahrwerk muss der Händler dafür aufkommen. Von der Gewährleistungspflicht (Sachmängelhaftung) ausgeschlossen sind allerdings Verschleißschäden an Kupplung, Bremse und Glühlampen.

Wenn das Fahrzeug nicht einwandfrei funktioniert, muss der Käufer nachweisen, dass der Schaden schon bei der Übergabe des Gebrauchtwagens vorlag. Dies wird gesetzlich vermutet, wenn der Makel innerhalb von sechs Monaten nach Vertragsabschluss auftritt. Der Händler übernimmt die Reparatur dann kostenfrei. Wenn der Defekt erst mehr als ein halbes Jahr später auftaucht, lässt sich schwer nachprüfen, ob der Schaden beim Kauf vorlag.

Viele Händler wollen sich vor der Gewährleistungspflicht drücken. Sie versuchen das Auto im Auftrag eines Kunden von privat an privat verkaufen, um keine Gewährleistung zu übernehmen. Käufer sollten im Kaufvertrag auf einen Zusatzeintrag bestehen, der festhält, dass der Händler die Reparaturkosten bei Schäden innerhalb der nächsten drei Monate nach Vertragsabschluss übernimmt. Wenn der Händler sich darauf nicht einlässt, sollten Verbraucher den Kaufpreis herunterhandeln und in Erwägung ziehen, eine Gebrauchtwagengarantie abzuschließen.

Bei der Besichtigung

Anzeichen, ob beim Verkauf alles mit rechten Dingen zugeht oder nicht, gibt es einige. Natürlich muss nicht immer böse Absicht dahinterstecken, doch ein wenig Skepis schadet nicht.

  • Wenn der Verkäufer nur kurze Zeit im Besitz des Wagens war, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er das Fahrzeug aus Unzufriedenheit wieder verkauft.
  • Kann er zudem nur ein lückenhaftes Scheckheft vorlegen, besteht die Gefahr, dass eine Wartung in der Vergangenheit nicht vorgenommen wurde.
  • Fehlt das Prüfprotokoll der letzten Hauptuntersuchung (HU), sollten Interessenten den Wagen nicht kaufen. Denn die HU vermerkt Mängel und Korrosionen.
  • Lackerhebungen und Rostpickel an der Karosserie, eigentlich an jedem Fahrzeugteil, sind nicht leicht zu entfernen und können hohe Reparaturkosten verursachen. Hier sollte ein Fachmann beurteilen, wie schwerwiegend die Rostschäden sind.
  • Risse und andere Mängel an den Scheinwerfern und den Bremsscheiben sind teuer in der Reparatur. Hier sollten Verbraucher den Verkaufspreis nach unten drücken.
  • Vorsicht gilt bei roten Nummernschildern. Dann handelt es sich vermutlich nicht um einen Privathändler. Ein Blick in die Fahrzeugpapiere klärt auf: Wenn sich der Name im Kfz-Brief vom Namen des Verkäufers unterscheidet, versucht wahrscheinlich gerade ein gewerblicher Händler ein Fahrzeug unter dem Deckmantel der Privatperson zu verkaufen, um der Sachmängelhaftung zu entgehen. Konkretes Nachfragen ist hier durchaus empfehlenswert und angebracht.

Zu guter Letzt sollten Verbraucher nicht unter Druck einem Kauf zustimmen und sich für die Entscheidung Zeit lassen. Eine hilfreiche Gebrauchtwagen-Checkliste für die Fahrzeugbesichtigung gibt es hier.


Foto: Pixabay @ StockSnap (CC0 Public Domain)