Strafhöhe | Punkt I Regelstrafe für Ersttäter

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VW-UrteilWer wegen eines Verkehrsdelikts verurteilt wird, hat mit einer Haft- oder Geldstrafe zu rechnen. Die Geldstrafe wird in Tagessätzen (TS) angegeben. Die Tagessatzhöhe ergibt sich aus dem Monats-Nettoverdienst (unter Berücksichtigung von Unterhaltsverpflichtungen und weiteren abzugsfähigen Verbindlichkeiten) geteilt durch 30 (Tage). Die Geldstrafe ermittelt sich anschließend aus der Tagessatzhöhe x den vom Gericht ausgesprochenen Tagessätzen.

Beispiel: Erstmalige Trunkenheitsfahrt mit 2,1 Promille (45 TS, siehe Tabelle), Verdienst nach Abzug von Unterhaltsverpflichtungen 750,00 Euro netto. Tagessatzhöhe ergibt sich aus: 750,00:30=25,00 Euro. Geldstrafe: 45 TSx25,00=1.125,00 Euro.

Für mehrere Delikte (zB. Trunkenheitsfahrt mit anschließender Unfallflucht) erfolgt für jede einzelne Straftat eine Einzelstrafe, die anschließend zu einer Gesamtstrafe (keine summarische Zusammenfassung, d.h. keine bloße Addition der Einzelstrafen) zusammengefasst werden. Bei einer Haftstrafe von mehr als 2 Jahren kann die Strafe nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden.

Neben der Geld- oder Haftstrafe kann das Gericht als weitere Maßnahme die Fahrerlaubnis einziehen und eine Sperrfrist verhängen oder ein Fahrverbot aussprechen. Ist die Fahrerlaubnis bereits entzogen, dann wird eine isolierte Sperrfrist ausgesprochen. Die Sperrfrist gibt an, wann frühestens die Fahrerlaubnisbehörde eine Fahrerlaubnis wiedererteilen darf. Ist ein Fahrverbot ausgesprochen, erlischt die Fahrerlaubnis nicht. Der Betroffenen muss lediglich seinen Führerschein für 1 bis 3 Monate bei einer Behörde hinterlegen und darf während des Fahrverbots kein Kraftfahrzeug führen.

Will man nach der Sperrfrist seine Fahrerlaubnis wieder erlangen, dann kann die Fahrerlaubnisbehörde vor der Wiedererteilung der Fahrerlaubnis entscheiden, ob der Antragsteller durch eine medizinisch-psychologischen Untersuchen (MPU) erst nachweisen muss, ob er überhaupt geeignet ist, ein Kraftfahrzeug zu führen.

Bisher war es zwingend so, dass ab 1,6 Promille Blutalkohol die erfolgreiche Teilnahme an einer medizinisch-psychologischen Untersuchen (MPU) nachgewiesen werden musste, bevor die Fahrerlaubnis wiedererteilt wurde. Inzwischen gehen mehrere Bundesländer dazu über, eine MPU bereits ab 1,1 Promille  Blutalkohol zu fordern (Stand 2016).

Eine Veruteilung wegen einer Verkehrsstraftat hat auch einen Eintrag im Fahrelaubnisregister in Flensburg mit bis zu 3 Punkten zur Folge. Die Anzahl der Punkte richtet sich danach, ob die  Fahrerlaubnis entzogen bzw. eine Sperre angeordnet wurde

Der nachfolgenden Tabelle können Sie entnehmen, mit welcher Strafe für welches Verkehrsdelikt gerechnet werden muss. Die Strafen beziehen sich auf den erstmals straffälligen Täter, gegen den noch keine Vorverurteilungen vorliegen (Ersttäter).

Da jede Straftat einer eigenen gerichtlichen Bewertung unterliegt und die Besonderheiten des konkreten Falles zu berücksichtigen sind, können die nachfolgenden Angaben nicht rechtsverbindlich sein und erfolgen ohne Gewähr.


DeliktStrafe in TSEntziehung der Fahrerlaubnis und Sperre zur Neuerteilung 
Trunkenheitsfahrt, §316 StGB (Alkohol/Drogen):
bis 1,3 Promille:30 TS7-9 Monate
bis 1,7 Promille:35 TS9-10 Monate
bis 2,1 Promille:45 TS11-12 MonateMofa, Moped: jeweils 1/3 weniger, evtl. FV 3 Monate
bis 2,4 Promille:55 TS14-15 Monate
bis 3 Promille:60 TS15-17 Monate
Unfallflucht, §142 StGB:
Bei einem Schaden bis...
bis 250 €15 TS--Mofa, Moped 1/3 weniger
bis 500 €25 TS1 Monat Fahrverbot
bis 700 €30 TS2 Monate Fahrverbot
bis 900 €35 TS3 Monate Fahrverbot
über 900 €40 TS6-10 Monate
mit Körperverletzung 40 - 90 TS6 - 12 Monate
Fahrlässige Körperverletzung, §§ 223, 229 StGBFahrverbot / Entziehung der Fahrerlaubnis nur bei groben Verstößen und erheblichen Verletzungen
leichte10-30 TS
mittlere30-40 TS
schwere40-90 TS
fahrlässige Tötung, " 222 StGB
leichte Schuld90-120 TS1-3 Monate Fahrverbot
schwere Schuld4 Monate Freiheitsstrafe6-15 Monate
mit § 315 c StGB (ohne Alkohol)6 Monate Freiheitsstrafe 6-24 Monate
mit § 315 c StGB (mit Alkohol)15 Monate Freiheitsstrafeab 24 Monate
Straßenverkehrsgefährdung, § 315c StGB
ohne Alkohol20 - 40 TS1-3 Monate Fahrverbot
ohne Alkohol, mit schwerer Gefährdung oder Nötigung 30 - 50 TS6-10 Monate
mit Alkohol
bis 1,3 Promille35 TS8-10 Monate
bis 1,7 Promille40 TS10-11 Monate
bis 2,1 Promille50 TS12-14 Monate
bis 2,4 Promille55 TS14-15 Monate
bis 2,7 Promille60 TS15-17 Monate
bis 3 Promille65 TS17-19 Monate
mit Körperverletzungzusätzlich 5 - 20 TSzusätzlich weitere 1-3 Monate FE
mit Unfallfluchtzusätzlich 20 - 30 TSzusätzlich weitere 1-3 Monate FE
Nötigung, § 240 StGB10 - 30 TSu.U. 1-3 Monate Fahrverbot
Unbefugter Gebrauch von Kraftfahrzeugen, § 248 StVG10-20 TS
Fahren ohne Fahrerlaubnis, §21 STVG
Privatfahrschule5-10 TS
ausländische Fahrerlaubnis5-10 TS
Kurzfahrt10-20 TS
frisiertes Mofa 10-20 TS
frisiertes Mofa, Mehrfachtäter30 TSSperre 6 Monate
nach Entziehung der Fahrerlaubnis20-60 TSSperre 6 Monate
innerhalb der Sperrfrist6 Monate FreiheitsstrafeSperre 9 Monate
Verstoß gegen Pflichtversicherungsgesetz
fahrlässig10-15 TS
vorsätzlich 20-30 TS
TS=Tagessatz

 

Hier finden Sie die zu erwartenden Punkte für die begangene Verkehrsstraftat. 


Verkehrsstraftaten mit Entziehung der Fahrerlaubnis oder Sperre

VerkehrsstraftatPunkte FaP
Fahrlässige Tötung (§ 222 StGB)3 P
Fahrlässige Körperverletzung (§ 229 StGB)3 P
Nötigung (§ 240 StGB)3 PA
Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr (§ 315 b StGB)3 PA
Gefährdung des Straßenverkehrs (§ 315c Abs. 1 StGB) infolge ...

... Alkoholgenusses
... Genusses anderer berauschender Mittel
... geistiger oder körperlicher Mängel
3 PA
Gefährdung des Straßenverkehrs (§ 315c Abs. 2 StGB) durch grob verkehrswidrige(s) und rücksichtslose(s)

... Vorfahrtmissachtung
... Fehlverhalten beim Überholen
... Fehlverhalten an Fußgängerüberwegen
... zu schnelles Fahren
... Missachtung des Rechtsfahrgebotes
... Wenden, Rückwärtsfahren, Fahren entgegen der Fahrtrichtung oder versuchtes Wenden,
Rückwärtsfahren, Fahren entgegen der Fahrtrichtung auf Autobahnen oder Kraftfahrstraßen
... nicht kenntlich machen haltender oder liegengebliebener Fahrzeuge
3 PA
Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort (§ 142 StGB)3 PA
Trunkenheit im Verkehr (§ 316 StGB)3 PA
Vollrausch (§ 323a StGB)3 PA
Unterlassene Hilfeleistung (§ 323 StGB)3 PA
Fahren ohne Fahrerlaubnis oder trotz Fahrverbots (§ 21 StVG) (das Führen, Anordnen oder Zulassen) 3 PA
Kennzeichenmissbrauch (§ 22 StVG)3 PB
StGB = Strafgesetzbuch
StVG = Straßenverkehrsgesetz
FaP = Fahrerlaubnis auf Probe
A = schwerwiegender Verstoß
B = weniger schwerwiegender Verstoß

Verkehrsstraftaten ohne Entziehung der Fahrerlaubnis oder Sperre

VerkehrsstraftatPunkte FaP
Fahrlässige Tötung (§ 222 StGB) und Anordnung eines Fahrverbotes2 P
Fahrlässige Körperverletzung (§ 229 StGB) und Anordnung eines Fahrverbotes2 P
Nötigung (§ 240 StGB) und Anordnung eines Fahrverbotes2 PA
Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr (§ 315 b StGB)2 PA
Gefährdung des Straßenverkehrs (§ 315c Abs. 1 StGB) infolge ...

... Alkoholgenusses
... Genusses anderer berauschender Mittel
... geistiger oder körperlicher Mängel
2 PA
Gefährdung des Straßenverkehrs (§ 315c Abs. 2 StGB) durch grob verkehrswidrige(s) und rücksichtslose(s)

... Vorfahrtmissachtung
... Fehlverhalten beim Überholen
... Fehlverhalten an Fußgängerüberwegen
... zu schnelles Fahren
... Missachtung des Rechtsfahrgebotes
... Wenden, Rückwärtsfahren, Fahren entgegen der Fahrtrichtung oder versuchtes Wenden,
Rückwärtsfahren, Fahren entgegen der Fahrtrichtung auf Autobahnen oder Kraftfahrstraßen
... nicht kenntlich machen haltender oder liegengebliebener Fahrzeuge
2 PA
Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort (§ 142 StGB)2 PA
Trunkenheit im Verkehr (§ 316 StGB)2 PA
Vollrausch (§ 323a StGB) und Anordnung eines Fahrverbotes2 PA
Unterlassene Hilfeleistung (§ 323 StGB) und Anordnung eines Fahrverbotes2 PA
Fahren ohne Fahrerlaubnis oder trotz Fahrverbots (§ 21 StVG) (das Führen, Anordnen oder Zulassen) 2 PA
Kennzeichenmissbrauch (§ 22 StVG) und Anordnung eines Fahrverbotes2 PB
StGB = Strafgesetzbuch
StVG = Straßenverkehrsgesetz
FaP = Fahrerlaubnis auf Probe
A = schwerwiegender Verstoß
B = weniger schwerwiegender Verstoß

 

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