Sommerurlaub mit dem Auto – So kommen Sie sicher ans Ziel

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desert-864988_1280_roehrbeinHinsichtlich des Verkehrsmittels für den Sommerurlaub favorisieren viele Touristen den privaten Pkw. Dieser bringt ein Maximum an Flexibilität sowohl für die Fahrt als auch am Urlaubsort mit sich. Damit Sie sicher ans Ziel kommen, sollte das Auto vor jeder längeren Fahrt sorgfältig unter die Lupe genommen werden. Vom Reifendruck über Notfallequipment bis hin zum Fahrradträger. Wir führen die wichtigsten Faktoren auf.

  1. Check: Reifen

Die Reifen sollten zunächst auf ausreichend Profil überprüft werden. Mindestens 1,6 Millimeter sind bei Sommerreifen vorgeschrieben. Jedoch wären mindestens drei Millimeter ideal. Sind die Reifen abgefahren, wird nicht nur der Bremsweg negativ beeinflusst. Das Fahrzeug kann auch in Kurven oder auf nasser Fahrbahn leichter ausbrechen, die Unfallgefahr steigt. Neben dem Profil hat außerdem das Alter der Reifen großen Einfluss auf dessen Grip. Sind Reifen zu alt, kann das Material an Flexibilität verlieren. Besonders die Nassgriffeigenschaften verschlechtern sich enorm, was in diversen Tests bereits nachgewiesen werden konnte. Bei alten Reifen spielt es dabei keine Rolle, ob die Profiltiefe ausreichend ist. Sobald das Material zu alt ist, geht dies zu Lasten der Sicherheit. Verwenden Sie daher Autoreifen nie länger als sechs Jahre. Um herauszufinden, wie alt Reifen sind, müssen Sie auf den Seitenwänden der Reifen eine Kombination aus Buchstaben und Ziffern suchen, die mit „DOT“ beginnt. Kalenderwoche und Jahr der Herstellung der verwendeten Reifen lassen sich über die letzten vier Ziffern dieser Kombination einsehen.car-932455_1280_roehrbein

Außerdem ist es wichtig, dass die vier eingesetzten Reifen gleich alt und auch in allen anderen Belangen identisch sind. Prüfen Sie, ob auch das Ersatzrad in Ordnung ist und den aktuellen Sicherheitsbestimmungen entspricht. Im Notfall sind Sie dankbar für ein einwandfreies Reserverad, das Ihnen die Weiterfahrt sichert.

  1. Check: Reifendruckmesser

Neben Profil und Alter der Reifen ist der Reifendruck elementar für Ihre Sicherheit. Während ein zu geringer Luftdruck das Fahrverhalten des Fahrzeugs bei Aquaplaning beeinträchtigt, den Bremsweg verlängert und den Spritverbrauch erhöht, sorgt ein zu hoher Luftdruck für eine verringerte Bodenhaftung und zunehmenden Verschleiß.Mit Hilfe eines Reifendruckmessgerätes können Sie vor Reisestart und unterwegs bequem kontrollieren, ob die Räder mit ausreichend Luft gefüllt sind. Besonders praktisch sind kompakte und besonders kleine digitale Reifendruckmesser, welche Sie online unter anderem bei kfzteile.net bestellen können, einem Versandhandel für Autoteile und Zubehör. Einige der Geräte sind gleichzeitig mit einem Profiltiefenmesser ausgestattet. Solch kleine Luftdruckprüfer lassen sich komfortabel im Auto mitführen, nehmen kaum Platz in Anspruch und sollten zur Reiseausrüstung gehören. Fahren Sie beispielsweise in Länder, dessen Klima sich von dem in Ihrer Heimat unterscheidet oder müssen die Räder besonders hohe Strapazen über sich ergehen lassen, ist es notwendig den Reifendruck während der Reise zu justieren, um Schäden zu verhindern und die Sicherheit zu gewährleisten.

Sollte zu wenig Luft im Reifen enthalten sein, sollten Sie an der nächsten Tankstelle den Druck anpassen. Zu viel Luft können Sie selbstständig ablassen, in dem Sie das Ventil vorsichtig nach unten drücken. Wie hoch der Reifendruck im Idealfall sein muss, hängt von der Beladung ab. Je schwerer das Fahrzeug, desto höher muss der Reifendruck sein. Allerdings gibt es hierfür keine pauschale Angabe. Welcher Reifendruck bei Ihrem Fahrzeug optimal ist, erfahren Sie in der Regel über einen Aufkleber, der sich beispielsweise im Tankdeckel befindet. Aber auch in der Fahrzeugbeschreibung sollten sich Hinweise finden lassen.

Wichtig: Messen Sie den Reifendruck immer im kalten Zustand! Ansonsten ist das Ergebnis verfälscht.

  1. Check: Warnwesten und Co.

breakdown-984812_1280_roehrbeinEgal ob Warndreieck, Warnwesten, Verbandskasten, Ersatzrad oder wichtige Fahrzeugdokumente: Alles, was im Ernstfall benötigt wird, sollte griffbereit platziert sein. Müssen Sie das Warndreieck oder die Warnwesten bei einem Unfall erst eine halbe Stunde suchen, kann es möglicherweise zu spät sein und es kommt zum Folgeunfall, weil die Unfallstelle nicht korrekt abgesichert werden kann. Packen Sie daher durchdacht!

Zur Warnwestenpflicht, die seit 1. Juli 2014 gilt, heißt es unter dekra.de: „Achten Sie auf die korrekte Bezeichnung und Ausführung! Die neue Warnweste muss der Europäischen Norm EN ISO 20471:2013 entsprechen, dennoch verlieren alte Warnwesten nicht an ihrer Gültigkeit.“

  1. Check: Gepäck- und Fahrradträger

Es passt nicht alles in den Kofferraum und Sie müssen zu Gepäck- oder Fahrradträgern greifen? Entscheiden Sie sich in diesem Fall für sichere Modelle und montieren Sie die Systeme ordnungsgemäß. Auch hierfür gibt es Vorschriften.

  1. Check: Gute Sicht

Der Fahrer sollte stets freie Sicht haben und den Verkehr einwandfrei überblicken können. Prüfen Sie vor Reiseantritt, ob ausreichend Scheibenwischwasser vorhanden ist und reinigen Sie die Scheiben sorgfältig. Achten Sie darauf, dass die Wischerblätter sauber sind und tauschen Sie diese gegebenenfalls vor dem Urlaub aus. Auch Rück- und Seitenspiegel sollten von Schmutz befreit werden. Die Heckablage innerhalb des Fahrzeugs muss frei sein. Auf der Autobahn sind leider immer zahlreiche Negativbeispiele zu beobachten: Autofahrer, die ihr Fahrzeug bis unter das Dach mit Gepäck vollladen. Besteht keine räumliche Abgrenzung beziehungsweise Sicherung zum Personenraum, besteh bei einer Vollbremsung erhöhte Verletzungsgefahr durch herumfliegendes Gepäck. Dieses erreicht beim Aufprall ein Vielfaches seines Eigengewichtes und kann zum ernstzunehmenden Geschoss avancieren.

  1. Check: Beleuchtung

Kontrollieren Sie vor jeder Fahrt die Funktionstüchtigkeit von Licht- sowie Blinkanlage. hard-shoulder-397395_1280_roehrbeinEine defekte Beleuchtung kann nicht nur die eigenen Sichtverhältnisse beeinträchtigen, sondern erhöht gleichzeitig das Risiko von anderen Verkehrsteilnehmer zu spät erkannt zu werden. Hinzu kommt, dass Sie ohne funktionsfähige Blinkanlage anderen Fahrern einen Richtungswechsel nicht anzeigen können.

Weitere Tipps zum Schluss:

  • Kontrolle Kühlwasser, Klimaanlage, Ölstand, Batterie, Bremsanlage, Radaufhängung usw.
  • Ausreichend Getränke mitführen, um auch bei Stau versorgt zu sein
  • Auf genügend Treibstoff achten, damit dieser bei Staugefahr ausreicht
  • Auto-Sonnenschutz-Elemente lassen sich bequem an Scheiben fixieren und senken durch Beschattung die Temperatur im Innenraum

Besonders beruhigt fahren Sie in den Urlaub, wenn Sie Ihr Auto von einem Fachmann begutachten lassen. In zertifizierten Werkstätten kontrollieren Experten von der Bremsanlage über die Reifen bis hin zu den Flüssigkeitsständen alle wichtigen Elemente.

Abschließend möchten wir auf eine Reise-Checkliste hinweisen, die unter adac.de zum kostenlosen Download bereitsteht. Darin wird auf weitere Punkte zur Urlaubsvorbereitung hingewiesen wie zum Beispiel Vignetten. Die Liste erleichtert es Ihnen an alles zu denken.

Was im Winter bei der Fahrzeugpflege wichtig ist, erfahren Sie hier.


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