Sechs FAQs zum Thema Motorenöl

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car-repair-362150_1920Motorenöl ist wie Wasser für den Menschen – und zwar überlebenswichtig. Umso schwerer fällt es so manchem Verbraucher sich mit Blick auf die Ölauswahl und das Wechselintervall blind auf die Werkstatthinweise zu verlassen. Künftig muss das auch nicht mehr sein, den im Folgenden werden die sechs häufigsten Fragen rund ums Motorenöl beantwortet.

  • Häufig wird von Synthetik- und Mineralöl gesprochen. Was ist der Unterschied?

Um den Unterschied zu verstehen, muss zunächst einmal die Grundzusammensetzung von Motorenöl klar sein. Motorenöl besteht aus Grundölen, Mischungen und sogenannten Additiven. Grundsätzlich gilt: Mit der Anzahl der Additive steigt die Qualität und auch der Preis (vgl. motoroel-tests.de). Mineralöle gehören zur Gruppe der Grundöle, die sich günstig und einfach aus Erdöl herstellen lassen. Synthetiköle sind aus geradlinigen Molekülen aufgebaut. Sie bieten dem Verbraucher Vorteile wie bessere Kaltstarteigenschaften, weniger Verschleiß und einen robusteren Schmierfilm.

  • Warum fährt nicht jedes Fahrzeug mit demselben Öl?

Weil nicht jeder Schuh auf jeden Fuß passt, könnte hier die Antwort lauten, die deutlich machen soll, dass es verschiedene Motoren gibt, die eben unterschiedliche Anforderungen an das Motorenöl stellen. Um die Garantie aufrecht zu erhalten bzw. erst gar keinen Motorschaden zu riskieren, sollten die Empfehlungen des Fahrzeugherstellers befolgt werden. Am weitesten verbreitet sind SAE-, API- und ACEA-Spezifikationsklassen, die vom ADAC unter adac.de als verbraucherfreundliches Nachschlagewerk zusammengestellt wurden.

  • Ist moderneres, teureres oder neueres Motorenöl länger fahrbar?

Nein. Grundsätzlich sollte Motorenöl nach 15.000 bis 30.000 Fahrkilometern getauscht werden. Der Grund liegt im Abbau der Additive, der sich deutlich in der Viskosität des Öls niederschlägt. Noch detaillierter werden die Wartungsintervalle direkt von den Herstellern angegeben. Diese sind bindend und orientieren sich auch an Verschleißteilen wie etwa dem Ölfilter, der im Zuge eines Ölwechsels getauscht wird.

  • Was sind Leichtlauf- oder Longlife-Öle?

Leichtlauföle haben die Eigenschaft, Reibungsverluste zu minimieren. Verbraucher erkennen Leichtlauföle an den SAE-Bezeichnungen 0W-20, OW-30, OW-40 oder 5W-30. Was Leichtlauföle zu sparen vermögen, hängt von diversen Faktoren ab. Motorart, Klima, Fahrbedingungen und Öleigenschaften haben hier einen entscheidenden Einfluss darauf, inwiefern Leichtlauföle auch Einsparungen ermöglichen.

Longlife-Öle sind eine Unterkategorie der Leichtlauföle und tragen meist die Bezeichnung SAE 0W-30 oder SAE OW-40. Vom Hersteller vorgeschrieben sind diese Öle bei Fahrzeugen, bei denen ein Longlife-Service vorgeschrieben ist. Dabei wird im Fahrzeug selbst bemessen, wann der nächste Ölwechsel ansteht. Dieser wird dem Fahrer dann entsprechend angezeigt.

  • Muss ein Diesel-Fahrzeug mit einem speziellen Motoröl ausgestattet werden?

Auch hier gilt: Herstellerangaben berücksichtigen! Grundsätzlich jedoch gibt es wirklich spezielle Diesel-Motorenöle am Markt, die eine besonders hohe Reinigungsleistung haben. Mit Blick auf die Rußpartikel, die sich so umhüllen lassen, wird einer Leistungsminderung entgegengewirkt.

  • Was sind Öl-Additive?

Additive sind Zusatzstoffe, die im Motorenöl löslich sind und diesem untergemischt werden, um die Grundeigenschaften des Öls zu optimieren. Antioxidantien verlängern die Lebensdauer des Öls, da die natürliche Alterung verlangsamt wird. Auch Korrosionsschutz-Additive verfolgen denselben Zweck. Viskositätsverbesserer optimieren die Dünn- und Dickflüssigkeit des Öls. Speziell beim Umrüsten von Sommer- auf Winterbetrieb muss dieser Faktor bedacht werden. Verschleißschutz-Additive schützen nicht nur passiv, sondern bilden aktiv Schutzschichten aus, um die Metallflächen zu schonen. Auch Reibkraftminderer bilden einen speziellen Schutzfilm. Für Sauberkeit im Motorraum sorgen Dispersanten (die verhindern, dass Schmutz sich ablagert) und Detergeniten, die den Schmutz sogar buchstäblich aufnehmen können.


Abbildung: pixabay.com © RyanMcGuire (CC0 Public Domain)