Reifenkennzeichnung

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(1) Marke 

Auf jedem Reifen finden Sie den Markenhersteller, z.B. Dunlop, Goodyear, Continental, Bridgestone.

(2) Typ

Neben dem Herstellernamen finden Sie auf dem Reifen den vom Hersteller vergebenen Typennamen, z.B. ContiEcoContact CP oder von Michelin den Reifen Alpin.

(3) Reifenbreite 

Sie wird in Millimetern angegeben (im Bild z.B. 205). Üblicherweise sind die Reifenbreiten in 10-mm-Schritten abgestuft  (z.B. 185 mm, 195 mm, 205 mm). Besondere Reifen für neuartige Rad-Reifen-Systeme haben andere Breitenmaße in Millimetern.

(4) Verhältnis Höhe zu Breite 

Diese Zahl gibt das prozentuale Verhältnis von Höhe zu Breite des Reifenquerschnittes an. Die im Bild angegebene /65 bedeutet, dass die Reifenhöhe 65 Prozent der Reifenbreite entspricht.
Die Angabe 205/65 bedeutet somit, dass der Reifen 205 mm breit und 133,25 mm hoch ist.
Je niedriger die Verhältniszahl desto niedriger die Reifenflanke.

Früher wurde bei Reifen der 80er-Produktionsreihe das Höhen-Breiten-Verhältnis nicht auf dem Reifen angegeben. Bei Fahrzeugen älterer Bauart findet sich daher in den Fahrzeugpapieren u.U. nur die Breitenangabe, z.B. ‚165 R 13‘. Dies entspricht nunmehr ‚165/80 R 13‘.

(5) Radialreifen 

‚R‘ steht für die heute übliche Reifenbauart ‚Radial‘. Hierbei wird der Reifenunterbau radial aufgebaut, im Gegensatz zu den bis in die 60-er Jahre üblichen Diagonalreifen (‚D‘).
Eine Mischbereifung, d.h. teils Radial-, teils Diagonalreifen auf einem Pkw ist verboten.

(6) Felgendurchmesser 

Der Felgendurchmesser entspricht der Höhe der Felge und wird (meist) in Zoll („) angegeben, im Bild 16“.
1″ entspricht 2,54 cm.
Bei neuartigen Rad-Reifen-Systemen werden die Felgendurchmesser z. T. in Millimeter angegeben.

(7) Tragfähigkeitskennzahl 

Die Tragfähigkeitskennzahl (Load Index ‚LI‘) gibt die Belastbarkeit eines Reifens bei einem vorgegebenen Luftdruck an und kann einer Tabelle entnommen werden. Im Bild beträgt der LI ’91‘, was einer maximalen Tragfähigkeit von 615 kg entspricht. (zur Tabelle) 

Die auf einen Pkw montierten Reifen müssen mindestens die in den Fahrzeugpapieren angegebene Tragfähigkeitskennzahl aufweisen. Reifen mit höheren Werten als in den Papieren eingetragen, dürfen montiert werden.
Die Angabe ‚Reinforced‘ (im Bild Hinweis 12) ist eine zusätzliche Bezeichnung für besonders hohe Tragfähigkeit, z.B. für Kleintransporter, Geländewagen u.a.

(8) Geschwindigkeits-Index 

Der Buchstabe (im Bild ‚V‘) gibt die zulässige Höchstgeschwindigkeit, die mit dem Reifen gefahren werden darf, an.

Bei M+S-Reifen kann der Geschwindigkeitsindex des Reifens niedriger sein als in den Fahrzeugpapieren eingetragen. In diesem Fall muss mit einem deutlich sichtbaren Aufkleber im Sichtfeld des Fahrers auf die zulässige Höchstgeschwindigkeit hingewiesen werden.

Die folgende Tabelle entspricht der Index-Einteilung für Pkw.

Geschw.-Index

M
N
P
Q

  max. km/h

130 km/h
140 km/h
150 km/h
160 km/h
170 km/h

Geschw.-Index

S
T
U
H
V.

  max. km/h

180 km/h
190 km/h
200 km/h
210 km/h
240 km/h

Geschw.-Index

W
Y
ZR
.
.

  max. km/h

270 km/h
300 km/h
über 240 km/h
.
.

(9) Tubeless 

Die heutigen Pkw-Reifen sind in der überwiegenden Zahl schlauchlos (‚tubeless‘). Schlauchlose Reifen dürfen -von Ausnahmen abgesehen- nicht mit Schlauch gefahren werden.

(10) Herstellungsdatum 

Ob Neureifen oder runderneuerter Reifen – jeder Reifen muss das Herstellungsdatum aufweisen. Runderneuerte Reifen tragen auf ihrer Flanke zusätzlich die Angabe ‚R‘, ‚runderneuert‘, ‚retread‘ (vgl. Bild) oder entsprechende Bezeichnungen.
Das Herstellungsdatum erkennt man am Schluss der sog. DOT-Nummer. Es befindet sich in einem kleinen, ovalen Fenster, vgl. Bild unten, roter Pfeil. Bis zum Jahr 2000 war dies eine 3-stellige Zahl, ab dem Jahr 2000 ist diese Zahl vierstellig. Die ersten beiden Ziffern geben die Produktionswoche, die letzte Ziffer (ab dem Jahr 2000 die letzten beiden Ziffern) das Herstellungsjahr an.

(11) Abnutzungsanzeiger

Mehrmals auf der Reifenseite weist ein kleiner Pfeil mit dem Kürzel ‚TWI‘ (Treadwear Indicator) oder einem anderen Zeichen zur Lauffläche.  
Folgt man dem Pfeil, findet man zwischen dem Profil der Lauffläche kleine Stege, an denen man erkennen kann, ob die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe von 1,6 mm unterschritten wird (vgl. rote Pfeile im Bild rechts).

(13 )Winter-/Ganzjahresreifen 

Winterreifen sind an de Angabe ‚M+S‘ oder ähnlichen Abkürzungen erkennbar.
Das Profil und die Gummimischung eines Winterreifens unterscheidet sich von der eines Sommerreifens.
Zudem kann bei M+S-Reifen der Geschwindigkeitsindex des Reifens niedriger sein als in den Fahrzeugpapieren eingetragen. Darauf muss aber mit einem deutlich sichtbaren Aufkleber im Sichtfeld des Fahrers hingewiesen werden.

(14) Laufrichtung 

Bei vielen Reifen muss wegen der besonderen Profilgestaltung eine bestimmte Laufrichtung eingehalten werden. Wird ein solcher Reifen in falscher Laufrichtung montiert, wird Wasser nicht mehr richtig verdrängt, sondern unter das Rad gedrängt.
Die Laufrichtung können Sie an der Bezeichnung ‚Rotation‘, ‚direction‘ oder ähnlichen Bezeichnungen in Verbindung mit einem oder mehreren Pfeilen auf der Seitenwand Ihres Reifens erkennen. Die Pfeilspitze muss zur Fahrzeugfront hin zeigen.

(16) ECE-Prüfzeichen

Das ECE-Prüfzeichen ‚E‘ bzw. ‚e‘ steht in Verbindung mit einer Zahl in einem kleinen runden Fenster und bestätigt die Einhaltung der europäischen ECE- R 30 Norm.
Die Zahl steht für das Prüfungsland.