Rechtliche Regelungen beim Tuning – worauf ist zu achten?

683

Tuning_MotorVon deutschen Straßen ist es nicht mehr wegzudenken. Die Rede ist vom Auto. Vor hundert Jahren ein reines Luxusobjekt, besitzen heute viele Haushalte sogar zwei Pkw. Schließlich ist ohne fahrbaren Untersatz berufliche Mobilität undenkbar. Überhaupt würde sich der Alltag, sofern auf einen Schlag alle Autos verschwinden, abrupt entschleunigen. Inzwischen sind – so die Zahlen des Kraftfahrtbundesamts – mehr als 60 Millionen Kraftfahrzeuge in Deutschland registriert. Beeindruckende Zahlen. Und jedes Jahr werden mehrere Millionen Autos neu zugelassen.

Auf der anderen Seite wechseln Jahr für Jahr unzählige Pkw ihren Besitzer. Gerade der Gebrauchtwagenmarkt ist inzwischen bei über sieben Millionen Besitzumschreibungen angekommen. Als Käufer wie auch als Verkäufer kann das Geschäft durchaus zum Hindernislauf werden – etwa beim Thema Tuning. Autos „von der Stange“ sind nicht jedermanns Sache. Und so hat sich in Deutschland eine relativ aktive Tuningszene entwickelt. Das Problem: Nicht jeder Tuner nimmt es – aus Unwissen oder Ignoranz – mit den juristischen Rahmenbedingungen noch ganz so genau.

Tuning kann dafür sorgen, dass die Leistung eines Fahrzeugs deutlich gesteigert wird. Doch hier ist gerade in rechtlicher Hinsicht Vorsicht geboten.

Tuningmaßnahmen und Genehmigung

Tuning bedeutet am Ende nichts anderes als die Veränderung eines Serienfahrzeugs. Ziel der Tuner ist:

  • ein individueller Look
  • eine Leistungssteigerung.

Entsprechend dieser beiden Aspekte haben sich verschiedene Ansätze im Kfz-Tuning entwickelt. Am ehesten ins Auge fallen Veränderungen an der Karosserie. Spoiler, Tieferlegen oder das Entfernen der Serien-Zierelemente sind nur einige Beispiele. Ebenfalls optisch auffällig ist das Innenraumtuning.

Natürlich bleibt es nicht dabei. Durch geeignete Maßnahmen lassen sich:

  • Mitteldruck
  • Drehzahl
  • Straßenlage

verändern. Diese Maßnahmen führen zu einer höheren Leistung, beeinflussen am Ende aber auch Verschleiß und Lebensdauer. Letztlich wirken sich die genannten Maßnahmen auch auf die Verkehrssicherheit aus. Damit sollte klar sein, dass nicht alles erlaubt ist, was in einer Werkstatt gemacht werden kann.

Grundsätzlich muss jeder Tuner sehr genau darauf achten, dass er sich immer im Rahmen der StVO bewegt. Andernfalls – und hier wird es nicht nur bitter, sondern auch teuer – kann es zum Erlöschen der Betriebserlaubnis kommen. Wie weit dürfen Tuning-Fans in Deutschland gehen?

Grundsätzlich stuft der Gesetzgeber in diesem Zusammenhang einzelne Maßnahmen unterschiedlich ein. Beispiel Allgemeine Betriebserlaubnis für Fahrzeugteile (ABE): Liegt diese für ein Tuningteil vor, reicht es in aller Regel, die ABE bei den Papieren mitzuführen. Komplizierter wird es laut TÜV Nord beim Teilegutachten. Hier wird von Sachverständigen geprüft, ob der Einbau ordnungsgemäß verlaufen ist. Und sobald mehrere Teile verbaut werden, die sich am Ende noch gegenseitig beeinflussen, ist nach § 21 StVZO sogar die Einzelabnahme erforderlich.

Wichtig: ABE und ABG sind kein Freibrief. Sofern in der Genehmigung eine Änderungsabnahme vorgeschrieben wird, muss diese auch ordnungsgemäß durchgeführt werden. Andernfalls ist Ärger in der nächsten Verkehrskontrolle vorprogrammiert. Eine ausführliche Beratung zum Thema Tuning wie bei Hild Tuning ist auf jeden Fall zu empfehlen.

Rechtliche Regelungen in Bezug auf das Tuning sollten unbedingt beachtet werden. Andernfalls kann die Betriebserlaubnis für das eigene Fahrzeug aberkannt werden.

Was ist beim Tuning erlaubt?

Beim Kfz-Tuning ist heute vieles möglich. Ein Auto kann nicht nur besser aussehen, sondern am Ende auch deutlich schneller fahren. Aber nicht alles ist erlaubt. Grundsätzlich ist das Verbauen von Teilen ohne ABE und ABG ein Problem – besonders wenn das Fahrzeug nicht den Sachverständigen vorgeführt wird.

Darüber hinaus kann das Thema Tuning zum Problem im Hinblick auf die Kfz-Versicherung werden. Hintergrund: Eine Erhöhung der Motorleistung ist ganz klar auch für die Versicherung interessant. Gleiches gilt für den Anbau sehr teurer Teile. Letzteres dürfte die Kaskoversicherung mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit interessieren.

Und wie sieht es mit der Garantie aus? Als Tuning-Fan sollte dieser Punkt eine Rolle spielen. In der Praxis kann die eine oder andere Maßnahme tatsächlich dazu führen, dass die Garantie des Herstellers erlischt.

Tuning: Achtung beim Verkauf

Getunte Pkw suchen hin und wieder einen neuen Besitzer. Daran gibt es auch nur wenig auszusetzen – wenn mit offenen Karten gespielt wird. Chip-Tuning, ein anderer Auspuff oder mehr PS sollten auf jeden Fall deutlich unterstrichen werden.

Sofern ein Tuner seine Arbeit Kaufinteressenten verschweigt, wächst das Risiko späten Ärgers. Verschwiegene Tuningmaßnahmen sind ein Grund, um den Kauf bzw. Verkauf für nichtig zu erklären. Und am Ende können sogar Schadenersatzansprüche die Folge sein.

Fazit: Tuning macht Spaß, ist aber nicht ohne Risiko

Kfz-Tuning ist für viele Autobesitzer kein Fremdwort. Die Palette der Möglichkeiten ist recht groß – genauso wie die Zahl der heute angebotenen Autoteile. In der Praxis ist aber nicht alles erlaubt, was sich mit etwas Spucke und dem richtigen Werkzeug umsetzen lässt. Gerade im Hinblick auf die Abnahme durch TÜV und Co. tappt der eine oder andere Tuning-Fan immer noch in die Falle. Und steht bei der nächsten Verkehrskontrolle vor einem Auto, das die Polizei kurzerhand aus dem Verkehr zieht. Dies gilt es, bereits im Vorfeld durch Umsicht zu vermeiden.


Bildquellen:

Abbildung 1: @ paulbr75 (CC0-Lizenz) / pixabay.com

Abbildung 2: @ geralt (CC0-Lizenz) / pixabay.com