Private Unfallversicherung: Wie gut ist Ihr Schutz?

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Rescue Team Providing First AidIn Deutschland ist die Gefahr, durch einen Unfall bleibende Schäden zurückzubehalten, statistisch gesehen eher gering. Dennoch ist es sinnvoll, sich gegen mögliche Unfallfolgen finanziell abzusichern. Doch viele Verträge leisten im Ernstfall zu wenig.

Viele Autofahrer vertrauen auf eine private Zusatzversicherung, um sich gegen die Folgen eines Unfalls abzusichern. Das Leistungsspektrum reicht dabei von der Erstattung der medizinischen Kosten einer Erstversorgung über die Abgeltung eventuell bleibender körperlicher Beeinträchtigungen bis hin zu Pflegezuschuss, Versehrtenrente oder Sterbegeld. Wie gut ein Versicherungsnehmer durch seine Unfallversicherung tatsächlich abgesichert ist, hängt jedoch von den Vertragsbedingungen der Police ab. Entsprechend groß sind die Leistungsunterschiede im Detail.

Überschaubare 1,8 Prozent der schwerbehinderten Menschen in Deutschland haben sich ihre Beeinträchtigung durch einen Unfall zugezogen. Und dennoch kann es theoretisch jeden treffen. Die Stiftung Warentest legt Menschen, die sich gegen einen solchen Schadensfall finanziell absichern möchten, daher die private Unfallversicherung nahe – nicht jedoch, ohne Minimalleistungen zu definieren, auf die jeder Versicherungsnehmer bei einer entsprechenden Police bestehen sollten.

Demnach sollte eine private Unfallversicherung rund um die Uhr und überall auf der Welt gültig sein – unabhängig von der Art des Unfalls. Als minimale Versicherungssumme setzen die Verbraucherschützer 100.000 Euro bei einer Invalidität von 50 Prozent fest und empfehlen statt linearer Verträge solche mit Progression. So steigt die Versicherungssumme bei hoher Invalidität drastisch an. Verbraucher sollten zudem darauf achten, dass sie schon bei kleinsten Beeinträchtigungen vom Versicherungsschutz profitieren, Leistungen also schon bei 1 Prozent Invalidität vorgesehen sind. Da sich Versicherungsbedingungen im Detail für Verbraucher oft kompliziert und undurchsichtig darstellen, rät die Stiftung Warentest zu einem Abgleich mit den Musterbedingungen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft GDV und hebt vor allem die Bedeutung der Gliedertaxe, die Anrechnung von Vorerkrankungen sowie Fristen und Leistungsausschlüsse hervor.

Sollten Versicherungsnehmer feststellen, dass ihre Police auch nur geringfügig weniger leistet als die Musterversicherung des GDV, ist ein Wechsel des Anbieters angebracht. Wie dieser vonstattengeht, können Verbraucher im Ratgeber des Serviceportals Volders nachlesen. Ein wichtiger Punkt ist auch die rechtzeitige Kündigung drei Monate vor Vertragsende. Die maximale Vertragslaufzeit für eine Unfallversicherung beträgt drei Jahre. In der Regel ist jedoch eine jährliche Kündigung möglich. Diese kann als formloses Schreiben erfolgen und sollte Angaben zum Namen, zur Anschrift, der Versicherungsnummer und zum Kündigungsdatum enthalten.


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