Parkgebühren in deutschen Städten vergleichsweise niedrig

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5887975246_1bf797b296In Deutschland ist Parken im Straßenverkehr eines der größten Ärgernisse. Besonders in den Ballungszentren stehen sich zu viele Autofahrer und zu wenig Parkmöglichkeiten gegenüber. Das dadurch verursachte Falschparken führt für Anwohner, Gewerbetreibende und Besucher zu weiterem Ärger. Dabei ist legales Parken in Deutschland im europaweiten Vergleich sogar noch günstig, liegt es doch am unteren Ende der Kostentabelle. Mit 1,45 Euro, die durchschnittlich für eine Stunde Parkhaus fällig werden, auch kein Wunder. Problematisch wird es jedoch in den Großstädten, wo es oft zwei bis drei Euro in der Stunde sind. Neben Gesetzesänderungen bietet das Internet eine mögliche Lösung.

Um die schwierige Lage in den Innenstädten in den Griff zu bekommen, beschließen die Verantwortlichen immer neue Parkraumbewirtschaftungen. Damit wollen die Politiker nicht nur die finanzielle Not der Kommunen etwas lindern, sondern zudem Autolärm, Abgase und eben die Parknot in den Städten verringern – auch im Sinne der Anwohner und Gewerbetreibenden. Ziel ist es, die Menschen mehr zur Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel zu bringen. Das versuchen die Verkehrsplaner meist mit der Abschaffung kostenloser Parkplätze, Parkscheibenregelungen, Gebührenerhöhungen sowie einer Begrenzung der Parkdauer.

In Stuttgart werden künftig 183 kostenlose Parkplätze abgeschafft. Die Anwohner sollen fortan eine Gebühr für die Benutzung öffentlicher Parkplätze bezahlen. Doch nicht überall kann die politische Mehrheit solche Pläne umsetzen. Im Berliner Stadtteil Köpenick haben sich die Bewohner jüngst gegen Parkgebühren ausgesprochen. Die Altstadt bleibt nun weiter gebührenfrei – doch eine Lösung für die Parkplatzknappheit in dem Gebiet gibt es weiterhin nicht.

Auch zu Beginn geringe Gebühren können, wenn sie erstmal eingeführt sind, steigen. Das passiert vor allem, wenn der Touristenzufluss den gewünschten Effekten einer Gebühr entgegenwirkt. In Städten wie Paris, Rom, Wien und Amsterdam werden bis zu 5 Euro die Stunde für das Parken fällig. In Oslo sind es sogar 8 Euro. In Paris kann allerdings jeder mit Parkplatzdiensten im Internet seinen Wunschparkplatz buchen. Der Zeitaufwand bei der Parkplatzsuche in der Nähe von Touristenzielorten (wie beispielsweise der Kathedrale Notre Dame) nimmt dadurch deutlich ab. Vielen ist diese Zeitersparnis das Geld wert.

Der Faktor Zeit und Bequemlichkeit sind für viele die stärksten Argumente, Parkgebühren zu akzeptieren – trotz anderer positiver Aspekte wie Umweltschutz und Verkehrsberuhigung. Die App Parkda verhilft auch deutschen Usern zu einer verkürzten und entspannteren Parkplatzsuche.

Der freie soziale Austausch übers Netz könnte somit die zunehmenden Bestrebungen der Parkraumregulierung eindämmen und zu einem beiderseitigen Interessenausgleich führen.


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