KFZ-Versicherungen für Fahranfänger

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Fahranfänger haben es nicht leicht, wenn sie ihr erstes eigenes Auto versichern wollen. Das hat einen einfachen Grund: Zum einen konnten sie noch keinen Schadenfreiheitsrabatt anhäufen, zum anderen gelten sie mit ihrer geringen Fahrerfahrung als Risikogruppe, wenn es um Umfallhäufigkeiten geht. Einige Kniffe und neue Entwicklungen können ihnen aber auf dem Versicherungsmarkt zugutekommen.

Zu den grundlegenden Tipps für Fahranfänger gehört es, ihren Wagen als Zweitwagen der Eltern versichern zu lassen. So können sie Kosten sparen. Alternativ bieten einige Versicherungsunternehmen die Möglichkeit, eine Familienversicherung beim Versicherer der Eltern abzuschließen. Zu guter Letzt gibt es manchmal die Option, sich Schadensfreiheitsrabatte von Eltern oder anderen Verwandten gutschreiben zu lassen. Das bedeutet, dass unfallfreie Jahre des Angehörigen auf den Fahranfänger oder die Fahranfängerin überschrieben werden. Welche Möglichkeit in der eigenen Situation infrage kommt, kann man beim jeweiligen Versicherer erfragen.

Sinkende Prämien

Fahranfänger profitieren ebenfalls von der großen Konkurrenz unter den Autoversicherern. Sie sorgt für sinkende Prämien. Findet man eine günstigere Versicherung als die bisherige, kann man den Anbieter wechseln. Etwa 3 Millionen Autobesitzer nehmen diese Möglichkeit jährlich in Anspruch. Somit wird diese Versicherung so oft gewechselt wie keine andere, weiß der Direktversicherer CosmosDirekt. Wer seine KFZ-Versicherung wechseln will, kann auf ihrer Seite auch eine Checkliste herunterladen, um sicherzugehen, dass alle Fristen eingehalten werden.

Was für die Versicherten vorteilhaft ist, sorgt auch im Versicherungsgeschäft für Schwankungen bei den Marktanteilen. Der Versicherungsriese Allianz konnte zum Beispiel im vergangenen Jahr einen Zuwachs um 10.000 versicherte Autos verzeichnen – rund die Hälfte davon kam im November zum Stichtag der Vertragskündigung.

Telematik-Tarife

Weitere Neuerungen stehen bevor. So planen zum Beispiel einige Versicherer, noch in diesem Jahr sogenannte Telematik-Tarife einzuführen. Bei diesen werden die Beiträge nicht wie bisher üblich aus Fahrzeugtypklasse, Regionalklasse und Risikozuschlägen berechnet, sondern richten sich nach dem Fahrverhalten der Versicherten. Die Tarife richten sich an Fahranfänger, die mit besonders vorausschauendem und risikoarmem Fahrverhalten überzeugen und ihre Prämien so um bis zu 40% im Vergleich zum Standardtarif senken können. Die Anbieter haben sich unterschiedliche Methoden zur Messung des Fahrstils überlegt. Erstens: Eine Box wird ins Auto eingebaut, von wo aus elektronische Signale an den Versicherer übermittelt werden. Zweitens: Eine App fürs Smartphone soll bei einer Mindestzahl an Fahrten eingeschaltet werden, um die Fahrweise elektronisch zu überprüfen. Derzeit wird an der sicheren technischen Umsetzung gearbeitet.

Obwohl Fahranfänger einigen finanziellen Hürden begegnen, wenn sie sich versichern wollen, bieten sich also auch ihnen gleich mehrere Wege, um günstigere Versicherungen zu finden. Wer sich gut informiert und sicher fährt, hat somit auch in Zukunft bezüglich der Versicherungskosten nichts zu befürchten.


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