Geschwindigkeits-Messgerät misst fehlerhaft

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Die seit einiger Zeit bestehenden Zweifel an der Messsicherheit der Geschwindigkeitsmessanlage PoliscanScanspeed des Herstellers Vitronic haben sich bestätigt. Je nach Verkehrsaufkommen kann es passieren, dass ein Geschwindigkeitsverstoß dem falschen Fahrzeug zugewiesen wird.

Wie kann es dazu kommen? Bei höherem Verkehrsaufkommen und damit verbundener Geräteauslastung kann es zu einer verzögerten Belichtung des Bildes um bis zu 0,21 Sekunden kommen. Die übliche Auslöseverzögerung eines Beweisfotos soll nach Angaben des Herstellers 0,01 Sekunden betragen.

Im Normalfall entstehen dann Beweisfotos, bei denen die Auswerteschablone in etwa mittig in Höhe der Fahrzeugfront zu sehen ist. Inzwischen ist jedoch bekannt, dass die Auslöseverzögerung bis zu 0,21 Sekunden dauern kann. In 0,21 Sekunden legt ein Fahrzeug, welches mit 150 km/h gemessen wird, bereits 8,75 Meter zurück. Bei einer durchschnittlich normalen Länge eines PKW zwischen 3,5 und 4,5 Metern und je nach Ausrichtung der Kamera kann dieses Fahrzeug bereits völlig aus dem Bildbereich herausgefahren sein, bis das Beweisfoto gefertigt wird.

Wenn sich kein weiteres Fahrzeug in der Nähe des gemessenen Fahrzeuges befindet, liegt die Auswertehilfe irgendwo auf der Straße. Wenn sich jedoch zufällig ein unbeteiligtes Fahrzeug in einer, bzgl. des Auswerterahmens für das ursprünglich gemessene Fahrzeug, plausiblen Fotoposition befindet, erscheint die Auswerteschablone auf der Front dieses Fahrzeuges und weist den Messwert irrtümlich dem im Beweisfoto abgebildeten Fahrzeug zu mit der Folge, dass die Behörde einen Bußgeldbescheid an den falschen Verkehrssünder erlässt.

Insoweit kann Autofahrern, denen ein Geschwindigkeitsverstoß vorgeworfen wird, der mit  obiger Messanlage erfasst wurde, nur geraten werden, den Bußgeldbescheid überprüfen zu lassen. (mitgeteilt von Sachverständiger Himbert, 66793 Saarwellingen-Schwarzenholz)


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