Freizeit: Drohnen – nur noch mit Führerschein und Kennzeichen

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Klein, flink und äußerst beweglich schwirrt sie über unsere Köpfe hinweg. Gemeint ist die Drohne, ein ferngesteuertes Fluggerät mit vier oder mehr im Kreis angeordneten Rotormotoren, die ihr die besonderen Flugeigenschaften eines Kolibris verleihen. So kann die Drohne in der Luft völlig stillstehen und ihre Position halten, rückwärts fliegen oder sanft auf und absteigen.

Eigenschaften, die sie für imposante Foto- und Videoaufnahmen oder auch zur Überwachung geradezu prädestiniert. Leider taucht sie immer häufiger auch in Einflugschneisen von Flughäfen oder über viel befahrenen Fahrbahnen auf, wo sie zu einer Gefahr wird.

Drohnenführerschein:
Seit 2017 gibt es deshalb gesetzliche Regeln für den Flug mit Drohnen und Multikopter. Dies beginnt damit, dass Drohnen ab einem Abfluggewicht von 2 kg nur noch von einer Person gesteuert werden darf, die mindestens 16 Jahre alt ist und durch eine Prüfung bei einer vom Luftfahrt-Bundesamt zertifizierten Stelle oder bei einem Luftsportverband (Modellflugverband) nachgewiesen hat, dass sie in der Lage ist, eine Drohne verantwortungsvoll zu steuern. Zu den geprüften Fachgebieten gehören unter anderem Luftfahrtrecht, Flugbetrieb und Navigation sowie Meteorologie. Mit bestandener Prüfung erhält man den Drohnen-Kenntnisnachweis, „Drohnenführerschein“. Der Nachweis gilt für fünf Jahre. Wer ohne entsprechenden Nachweis erwischt wird, darf mit drakonischen Strafen von bis zu mehreren hundert Euros rechnen. Auf Flugplätzen für Modellflugzeuge ist der Kenntnisnachweis nicht erforderlich. Drohnen mit mehr als 5 kg Abfluggewicht benötigen darüber hinaus auch eine Aufstiegserlaubnis. Für Drohnen über 25 kg besteht ein Betriebsverbot.

Kennzeichen:
Auch dürfen Drohnen nur noch in die Lüfte steigen, wenn sie gekennzeichnet sind. Die Kennzeichnungspflicht gilt für Drohnen ab einem Gewicht von 250 Gramm und damit praktisch für jede Drohne. Das Kennzeichen muss sichtbar, dauerhaft und feuerfest an der Drohne angebracht sein und den Namen und die Adresse des Besitzers führen.

Haftpflichtversicherung:
Bevor eine Drohne in die Luft steigt, braucht es eine Haftpflichtversicherung. Dies ist zwingendfür alle unbemannten Flugobjekte vorgeschrieben. Häufig sind bei einer privaten Haftpflichtversicherung Schäden, die durch Spielzeug entstanden sind, mitversichert. Ob jedoch eine Drohne unter den Begriff Spielzeug fällt, ist von Vertrag zu Vertrag unterschiedlich zu beurteilten. Der Umfang des Versicherungsschutzes ist deshalb in jedem Fall mit dem Versicherer zu klären. Auch ist mit dem Versicherer zu klären, wie weit der Versicherungsschutz reicht und ob beispielsweise auch der versehentliche Flug in eine Flugverbotszone gedeckt ist.


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