Feuerwehr und Rettungsdienst:

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DSdC_0099-300x199Sich als Autofahrer bei einem Unfall richtig verhalten

Bei einem schweren Unfall entscheiden oftmals Sekunden über Leben und Tod. Autofahrer sind häufig überfordert, wenn es darum geht, schnell zu handeln. Das ist aber wichtig, um das Leben eines Mitmenschen zu retten.

Im Jahr 2015 verunglückten laut den Daten des Statistischen Bundesamtes 3.475 Menschen im deutschen Straßenverkehr. 1991 war die Anzahl der Verkehrstoten dreimal so hoch. Die Reduzierung der Anzahl an Verunglückten ist unter anderem den hohen Sicherheitsanforderungen in modernen Fahrzeugen und den Bemühungen der Regierung, die Straßen sicherer zu gestalten, zu verdanken. In einigen Fällen entscheidet nicht das Auto über das Ausmaß eines Unfalls, sondern das Verhalten der an einem Unfall beteiligten Menschen. Auf solche Situationen wird ein Autofahrer theoretisch im Rahmen des Erste-Hilfe-Kurses vorbereitet. Doch die reale Situation ist nicht mit der Theorie vergleichbar. Betroffene müssen in solchen Situationen schnell denken und zügig handeln.

Wenn die Feuerwehr anrückt

Für die Feuerwehr steht Hilfsbereitschaft an oberster Stelle. Bereits im Jugendalter werden junge Menschen ausgebildet, um später Tag und Nacht einsatzbereit zu sein. Rund 249.000 Mitglieder zählen die deutschen Jugendfeuerwehren.

Ab dem 17. Lebensalter können die Jugendlichen den Übergang zur Freiwilligen Feuerwehr antreten, wo sie die Grundausbildung absolvieren. Ein Jahr später dürfen sie an den ersten Einsätzen teilnehmen.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Einsätze der Feuerwehr nach Tätigkeitsbereichen (Quelle: Deutscher Feuerwehr Verband):

2000 2010 2013
Notfallrettung 1.556.792 2.077.926 1.975.017
Krankentransport 868.535 625.234 554.704
Technische Hilfeleistungen 479.232 610.037 617.268
Brände & Explosionen 197.154 188.429 191.372
Fehlalarmierungen 192.447 167.444 192.639
Tiere & Insekten 41.725 40.071 35.135

Viele Verkehrsunfälle – insbesondere die gravierende Sorte – verlangt den Einsatz der Feuerwehr. Nicht nur bei Bränden muss sie zum Einsatzort. Mit ihrer Rettungsschere schneiden die Feuerwehrmänner und -frauen eingeklemmte Autofahrer frei, damit sie von dem Rettungsdienst übernommen werden können.

Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, sollten Autofahrer wissen, wie sie bei einem Verkehrsunfall reagieren müssen. Rosenbauer, der weltweit führende Hersteller für Feuerwehrtechnik, kennt die Ansprüche der Feuerwehr. Das Unternehmen baut seit rund 150 Jahren Feuerwehrfahrzeuge sowie Löschgeräte und weiß, wie wichtig jede Sekunde am Unfallort ist. Deshalb weist es Fahrer darauf hin, am Unfallort schnellstmöglich zu handeln und den Weg für die Einsatzkräfte freizuräumen. Jeder Autofahrer sollte sein Fahrzeug möglichst nah an den Straßenrand fahren und Warndreiecke aufstellen, um den Unfall auszuschildern.

Personen, die als Erste den Unfallort erreichen, am Geschehen beteiligt oder Zeugen sind, haben die Aufgabe, den Unfallort nach ihren Fähigkeiten abzusichern. Sie können beispielsweise vorbeifahrende Fahrzeuge auf den Unfall hinweisen und bitten, die Geschwindigkeit zu reduzieren. Als Erstes gilt es aber, die Rettungsdienste über das Mißgeschick zu informieren und Hilfe anzufordern.

Der Notruf wird drei Fragen stellen:

  1. Wer meldet den Unfall?
  2. Wo ist er geschehen?
  3. Was ist geschehen?

Je nach Unfallgeschehen stellt die Rettungsleitstelle womöglich weitere Fragen. Das Gespräch sollte erst beendet werden, wenn keine weiteren Fragen offen sind.

Erste Hilfe leisten

In bestimmten Situationen bleibt keine Zeit, auf den Rettungsdienst zu warten. Das ist der Fall, wenn das Auto Feuer gefangen hat. Autofahrer müssen in solchen Fällen umgehend handeln, indem sie die Verletzten aus dem Fahrzeug befördern und möglichst weit weg von der Gefahrenzone bringen.

Bei der Ersten Hilfe sind folgende Hinweise zu beachten:

  • unverzüglich um Personen kümmern, die in Lebensgefahr schweben oder schwer verletzt sind
  • verletzte Insassen nach Schmerzen oder Gefühllosigkeit fragen
  • lebensbedrohliche Blutungen stoppen
  • bei bewusstlosen Menschen die Atmung und das Bewusstsein prüfen (Anleitung hier)

Personen, die sich offensichtlich am Rücken verletzt haben, dürfen nicht bewegt werden, es sei denn, sie sind bewusstlos oder schweben in Lebensgefahr.

Bei Brand den Feuerlöscher verwenden

Brände sind für eingeklemmte oder verletzte Autofahrer die größte Lebensgefahr. Nicht nur die hohen Temperaturen der Flammen stellen eine große Gefahr dar, sondern auch die entstehenden Gase.

Jeder Autofahrer sollte in seinem Fahrzeug einen Feuerlöscher aufbewahren. In Deutschland ist er im Gegensatz zu vielen osteuropäischen Ländern nicht gesetzlich vorgeschrieben, jedoch ist er von großer Wichtigkeit. Dessen Einsatz ist in vielen lebensbedrohlichen Situationen gefragt.

Jedes Jahr gehen rund 60.000 Fahrzeuge in Flammen auf. Das Resultat sind nicht nur teure Totalschäden, die vermeidbar wären, sondern auch Brandopfer. Ähnlich wie das Warndreieck, die Warnweste sowie der Verbandskasten bewahrt man den Feuerlöscher dort auf, wo er im Notfall schnell zur Hand ist. Die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) empfiehlt, Feuerlöscher zu wählen, die die Norm DIN EN 3 erfüllen. Alle zwei Jahre muss ein Fachmann den Feuerlöscher auf seine Funktionstüchtigkeit prüfen.

Im Ernstfall hilft der Feuerlöscher nur dann, wenn der Autofahrer den Umgang beherrscht und einen kühlen Kopf bewahrt. Mit Filmen haben Brandsituationen im echten Leben wenig zu tun. Zu (spektakulären) Explosionen kommt es selten. Bis ein Feuer im Motorraum ein ernst zu nehmendes Problem wird, vergehen mehrere Minuten. Dann dringt nämlich der Rauch in den Innenraum des Fahrzeugs und kann zu einer Vergiftung führen. Deshalb ist es wichtig, das Feuer möglichst schnell zu löschen oder, wenn nicht anders möglich, die Insassen aus dem Fahrzeug zu transportieren.