Ferrari

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Enzo Ferrari, der spätere Firmengründer der italienischen Sportwagenschmiede Ferrari, führte in den Jahren 1929 bis 1938 sehr erfolgreich ein Rennteam mit dem Namen Scuderia Ferarri. Die beiden Anfangsbuchstaben „S“ und „F“ des Teamnamens finden sich noch heute im Wappen von Ferrari.

ferrariDas über den Buchstaben sich aufbäumende Pferd, das „cavallino rampante“, geht auf den Adeligen Francesco Baracca zurück. Baracca war im 1. Weltkrieg (1914 – 1918) ein Fliegerass der italienischen Luftwaffe. Er schoss 34 feindliche Flugzeuge ab, ehe er selbst am 19. Juni 1918 über Österreich von einer Kugel getroffen wurde und ums Leben kam.

Ein sich aufbäumendes schwarzes Pferd zierte sein Flugzeug. Nach seinem Absturz wurde das Wappen vom Flugzeug abgetrennt und seiner Mutter, der Contessa Paolina Baracca als Erinnerung an die Verdienste ihres Sohnes übergeben.

Einer Überlieferung Enzo Ferrari zufolge hat er das Wappen von der Contessa nach seinem Sieg in Ravenna 1923 erhalten, die ihn ermunterte das Wappen als Glücksbringer auf seinem Rennfahrzeug anzubringen. Unklar blieb jedoch, warum das aufbäumende Pferd erstmals im Jahre 1932 einen Rennwagen schmückte.Die gelbe Hintergrundfarbe im Firmenlogo von Ferrari ist die Stadtfarbe von Modena, der Heimatstadt von Enzo Ferrari, in deren Nähe er am 18. Februar 1898 in einem Bergdorf der Region Emilia Romagna als Sohn einer Bauernfamilie geboren wurde. Andere behaupten, dass Enzo Ferrari die Farbe wegen seiner Vorliebe für Sonnenblumen wählte. Die zarten grün-weiss-roten Streifen oberhalb des Wappens stehen für die Landesfarben Italiens. Ferrari begann mit seinem Rennteam Scuderia Ferrari, das u.a. als Werksteam für Alfa Romeo fuhr. 1940 wurde die Scuderia Ferrari in „Auto Avio Costruzioni Ferrari“ umbenannt. 1943 zog das Team nach Maranello um, einer Kleinstadt in der Provinz Modena, wo Ferrari bis heute seinen Hauptsitz hat. 1944 wurde die Fabrik bei einem Bombenangriff zerstört und nach dem Ende des 2. Weltkrieges im Jahre 1946 wieder aufgebaut. Ferrari baute seinerzeit vor allem Fahrzeuge für den Renneinsatz, die jedoch auch an Kunden verkauft wurden. Im Laufe der Zeit entwickelte sich daraus ein eigenes Fahrzeugsegment, Sportautos von besondere Schönheit und leistungsstarken Motoren.Nachdem Ferrari in den 1960er Jahren in eine Krise rutsche, war Ford an einer Übernahme von Ferrari interessiert. Trotz der Krise lehnte Ferrari das Übernahmeangebot ab. Mit der Krise verlor Ferrari auch seine Vorherrschaft im Sportwagenrennsport an den Ford GT 40. 1969 stieg Fiat bei Ferrari ein. 1988 starb der Firmengründer Enzo Ferrari. Mit den Erfolgen in der Formel 1 ab 1996 kamen auch wieder der Verkaufserfolg und der Mythos Ferrari zurück.Großen Verdienst an den Rennerfolgen hatte dabei Michael Schumacher, der erfolgreichste Ferrari-Rennfahrer. 2006 wurde Michael Schuhmacher Ehrenbürger von Maranello. Wenn in Maranello der Pfarrer zu ungewöhnlicher Zeit die Kirchenglocken läutet, kann man sicher sein, dass wieder ein Ferrari im Rennsport erfolgreich war.


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