Berufskraftfahrerweiterbildung

702

Inhaber der verschiedenen Führerscheinklassen C bis D haben ab dem 50. Lebensjahr alle 5 Jahre eine Gesundheitsprüfung abzulegen. Wird dies versäumt, so erlischt die entsprechende Führerscheinklasse. ,

Wie ein Sprecher des Beratungs- und SchulungsCenter des Verkehrsgewerbes Süd aus Endingen ( www.bsc-sued.de) mitteilte, haben Kraftfahrer, die zu gewerblichen Zwecken Fahrten mit der Fahrerlaubnisklassen C1, C1E, C, CE, D1, D1E, D oder DE durchführen, künftig neben der altersabhängigen Gesundheitsprüfung alle fünf Jahre auch an einer Weiterbildung nach dem Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz (kurz BKrFQG, gem. EU-Richtlinie 2003/59/EG) teilzunehmen und sich die Teilnahme in einem neuen Führerschein als Schlüsselnummer 95 bestätigen zu lassen.

Die Weiterbildung gilt für alle EU-Mitgliedstaaten und umfasst 35 Zeitstunden in unterschiedlichen Themenkreisen. Kraftfahrerinnen und Kraftfahrer im Personenverkehr (Bus), die Ihre entsprechende Fahrerlaubnis bis zum 10. September 2008 erworben haben, müssen bis spätestens 10. September 2013 Ihre Weiterbildung nachweisen. Kraftfahrerinnen und Kraftfahrer im Güterverkehr (Lkw), die ihre Fahrerlaubnis bis zum 10. September 2009 erworben haben, können sich ein Jahr mehr Zeit lassen.

Sie müssen den Nachweis bis spätestens 10. September 2014 vorlegen. Um die Weiterbildung mit der Gültigkeit des Führerscheins zu „synchronisieren“, kann bei entsprechendem Ablaufdatum des Führerscheins die Teilnahme an der Weiterbildung bis um 2 Jahre über die zuvor genannten Fristen hinaus verschoben werden. Für gewerbliche Busfahrer gilt dadurch unter Umständen eine Frist bis spätestens 10. September 2015 und für gewerbliche Lkw-Fahrer eine Frist bis zum 10. September 2016.

Aber Achtung: Diese Fristverlängerung gilt nur innerhalb von Deutschland. Wer gewerblich in das europäische Ausland fährt, kann sich auf die Fristverlängerung nicht berufen. Die Weiterbildung darf nur von einem anerkannten Ausbildungsbetrieb durchgeführt werden, dessen Schulungsräume zertifiziert sind. Auch die Bescheinigung unterliegt genauen Richtlinien, die in der BKrFQV (Verordnung zur Durchführung des Berufskraftfahrer- Qualifikations-Gesetzes) niedergelegt sind.

Hält man sich nicht an diese Vorgaben, kann es bei der Vorlage der Bescheinigung bei der Führerscheinstelle zu einem bösen Erwachen kommen, und ein vermeintliches Schnäppchen entpuppt sich als teures Nichts. Deshalb ist schon bei der Auswahl des Schulungsanbieters größte Umsicht geboten und professionelle Beratung dringend zu empfehlen.