Bentley

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Der Brite Walter Owen Bentley war Rennfahrer, Ingenieur für Flugmotoren und Namenspatron seiner eigenen Automarke. Die Autofirma gründete Bentley 1919, nachdem er zuvor mit seinem Bruder unter der Firmenbezeichnung Bentley & Bentley einen Autohandel für DFP-Automobile, eines ehemaligen französischen Automobilherstellers, betrieben hatte.

Bereit 1921, nur 2 Jahre nach der Firmengründung baute Bentley seinen ersten Rennwagen. Aus dieser Zeit stammt auch das Markenemblem, ein B inmitten von ausgebreiteten Raubvogelschwingen.
Mit seinem Sportwagen erreichte Bentley bereits 1921 die 100 Meilengrenze (160 km/h).

W. O. Bentley war selbst leidenschaftlicher Rennfahrer und konnte einige Rennerfolge verzeichnen. Bekannt wurde die Marke Bentley vor allem durch Rennerfolge beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans (1924, 1927 bis 1930 und zuletzt 2003).

Obwohl die Fahrzeuge von Bentley äußerst elegant, luxuriös und technisch ausgereift waren, konnte Bentley mit seinen Fahrzeugen keinen Markterfolg erzielen. In der damaligen Zeit der Weltwirtschaftskrise waren die Fahrzeuge zu teuer, was dazu führte, dass Bentley 1931 Konkurs anmelden musste.

Die Firma wurde im Auftrag von Rolls-Royce von der British Central Equitable Trust übernommen. Die Fertigung der Fahrzeuge wurde nach Derby verlegt, weshalb die Fahrzeuge aus dieser Zeit Derby-Bentleys genannt wurden.

Nach dem 2. Weltkrieg wurden in dem noch heute genutzten Werk in Crewe die Produktion von Bentley- und Rolls- Royce-Fahrzeugen wieder aufgenommen.

Die Ähnlichkeiten zwischen den Modellen von Rolls-Royce und den Modellen von Bentley nahm immer weiter zu. Unterschiede lagen nicht mehr bei der Motorleistung, sondern nur noch in Karosseriedetails und vor allem beim Kühler und dem Markenemblem.

Weil der Anteil von Bentley-Fahrzeugen im Vergleich zu Rolls-Royce immer weiter zurück ging, war die Firmenleitung nahe daran, die Marke Bentley ganz vom Markt zu nehmen.

1998 wurde der Automobilbereich von Rolls Royce nach einem heftigen Bietergefecht zwischen BMW und Volkswagen an den VW-Konzern verkauft. Die Sparte Flugzeugtriebwerte wurde von Rolls-Royce nicht verkauft. Allerdings besaß der Flugzeugtriebwerkshersteller auch die Markenrechte an Rolls-Royce, so dass VW zwar das Automobilwerk in Crewe und die Namensrecht an Bentley besaß aber eben nicht die Namensrechte an Rolls-Royce. Die Markenrechte von Rolls-Royce kaufte BMW.
Zwischen VW und BMW arrangierte man sich schließlich in der Form, dass VW bis 2002 unter der Lizenz von BMW Rolls-Royce Fahrzeuge mit Motoren von BMW bauen durfte.

Nach jahrzehntelanger Pause nahm Bentley im Jahre 2001 erstmals wieder am 24-Stunden-Rennen von Le Mans teil. Dabei nutzte man die Rennerfahrung von Audi, die zum VW-Konzern gehören und konnte so bereits 2 Jahre später einen Doppelsieg in Le Mans einfahren.  Audi war in den Jahren 2000 bis 2002 und 2004 und 2005 erfolgreich.

Wie bereits in den 50er Jahren baut Bentley wieder die schnellste in Serie gefertigte Limousine mit über 300 km/h Höchstgeschwindigkeit.


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