Batterie streikt – so funktioniert Starthilfe richtig!

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Besonders in der kalten Jahreszeit erwischt es manchen Autofahrer: Der Motor springt nicht mehr an, eine Starthilfe muss her! Meist ist eine zu schwache oder entladene Batterie die Ursache. Mit Hilfe eines Starthilfekabels lässt sich der Akku wiederbeleben. Der Auto Club Europa (ACE) und die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) zeigen, wie es richtig geht.

Mit einem Starthilfekabel und einem zweiten Fahrzeug ist die Starthilfe halb so dramatisch. Auch Laien bekommen ihr Auto damit schnell wieder flott. Doch Achtung beim richtigen Ablauf. Denn Fehler können zu Schäden an der empfindlichen Elektronik oder zu einem Stromschlag führen. Sollte kein Starthilfekabel oder zweites Fahrzeug zur Verfügung stehen, hilft ein Pannendienst weiter.

Erster Schritt: Für eine erfolgreiche Starthilfe braucht es ein „Spenderfahrzeug“ und ein Starthilfekabel mit ausreichendem Kabelquerschnitt, damit genügend Strom fließt. Zudem sollte die Batteriespannung beider Fahrzeuge gleich sein. Bei Pkw und Transportern sind das in der Regel 12 Volt.

Das rote Kabel erst an das Empfängerauto anschließen

Am besten, die Autos stehen sich Motorhaube an Motorhaube gegenüber. Sie dürfen sich aber nicht berühren. Längere Kabel erleichtern das Rangieren. Die Zündungen beider Fahrzeuge müssen ausgeschaltet sein. Sollte die Batterie im Kofferraum eingebaut sein, bieten so gut wie alle Fahrzeuge Pol-Anschlusspunkte im Motorraum. Die Pol-Zange des roten Plus-Kabels wird erst mit dem Pluspol des Autos mit Startschwierigkeiten, also dem „Empfängerfahrzeug“ verbunden, danach mit dem Pluspol des Spenderfahrzeugs.

Zweiter Schritt: Sitzt das Pluskabel an beiden Plus-Polen, folgt der Anschluss der Zange des schwarzen Minus-Kabels, auch Masse-Kabel genannt, an den Minuspol des Spenderfahrzeugs. Das andere Ende des Minus-Kabels ist anschließend an einen speziell dafür vorgesehenen Kontakt oder an ein unlackiertes Metallteil am Motorblock des Empfängerfahrzeugs zu klemmen. Einen direkten Anschluss am Minus-Pol der Batterie gilt es wegen eventuell austretendem Knallgas und der damit verbundenen Explosionsgefahr zu vermeiden. Weiter müssen beide Kabel so verlegt sein, dass sie nicht in Kontakt mit sich bewegenden Motor-Komponenten kommen können, beispielsweise dem Lüfterrad oder Keilriementrieb.

Dritter Schritt: Sitzen beide Kabel fest an ihren Kontaktpunkten, ist der Motor des Spenderfahrzeugs zu starten. Achtung bei einer tiefentladenen Batterie des Empfänger-Fahrzeugs: Wenn bei zuvor eingeschalteter Zündung selbst die Armaturen-Lampen nicht mehr leuchten, sollte dieses Fahrzeug mindestens zehn Minuten vor dem ersten Startversuch laufen. Während dieser Zeit kann die Batterie des Empfängerfahrzeugs genügend Strom ziehen. Danach folgt ein erster Startversuch des Pannen-Fahrzeugs. Springt der Motor nach drei bis vier Sekunden nicht an, kann man den Vorgang abbrechen und nach einer kurzen Pause wiederholen.

Vierter Schritt: War der Startversuch erfolgreich, empfiehlt es sich, Verbraucher mit hohem Strombedarf, etwa Heckscheibenheizung und Gebläse, einzuschalten. Damit lassen sich Spannungsspitzen beim Entfernen des Starthilfekabels vermeiden, die zu Elektronik-Schäden führen können.

Das Abklemmen der Kabel geschieht in umgekehrter Reihenfolge: Zunächst ist das schwarze Minus-Kabel am Massepunkt des Empfängerfahrzeugs zu lösen, danach am Minus-Kontakt des Spenders. Dann kann man das rote Plus-Kabel erst vom Kontakt des Empfänger- und dann vom Pol des Spenderfahrzeugs abklemmen. Danach werden Heckscheibenheizung und Gebläse des Empfängers abgeschaltet.

Abschließend: Um sicherzugehen, dass die Lichtmaschine des Empfängers die leere Batterie wieder ausreichend lädt, muss der Motor weiterlaufen. Das Auto sollte dabei etwa 30 Minuten bewegt werden.