Autoversicherung – Sonderkündigungsrecht bei Prämienerhöhung

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Stempel KündigungMit der Post von der Autoversicherung gibt’s oft eine Überraschung. Plötzlich soll’s mehr kosten, obwohl man seit Jahren kein Loch ins Blech gefahren hat. Der Grund dafür ist dann meistens die Einstufung in eine höhere Typ- oder Regionalklasse. Die gute Nachricht ist: Wenn’s teurer wird, darf man die Versicherung kündigen und sich eine neue suchen. Die schlechte: Das ändert nichts an der Typ- oder Regionalklasse.

Hohe Typklassen dank Ersatzteil-Abzocke

Drei wesentliche Faktoren bestimmen den Tarif, den man in der Autoversicherung zahlen muss. Den ersten bildet das Auto, das man fährt – daraus errechnet sich die sogenannte Typklasse. Die Versicherungsbranche errechnet jedes Jahr die Unfall- und Schadensbilanz von 25.000 verschiedenen Autotypen. In die Statistik fließt zum einen die Schadenshäufigkeit eines bestimmten Autotyps ein. So wirft der Algorithmus für die bei jungen Fahrern beliebte Rennsemmel eine höhere Typklasse aus, als für die biedere Familienkutsche. Aber auch die Höhe von regulierten Schäden spielt eine Rolle. Bei dem einen Auto kann man ein gesplittertes Blinkerglas für ein paar Euro ersetzen. Aber gerade moderne Autos schrauben die Typklassen hoch, weil die Hersteller mit dem Ersatzteilgeschäft Kasse machen. Da muss man statt eines Blinkerglases dann gleich den ganzen Leuchtapparat für ein paar hundert Euro tauschen.

Miese Regionalklasse? Da hilft nur Umziehen

Der zweite tarifbildende Faktor ist die sogenannte Regionalklasse. Die errechnet sich nach der Schadens- und Unfallbilanz eines Zulassungsbezirkes. Unfallträchtige „Todesstrecken“ können den Wert ebenso signifikant steigern wie ein erhöhtes Risiko von Nebelunfällen. Da hilft nur Umziehen. Gerade für Teil- und Vollkasko-Tarife spielen auch das Diebstahlgeschehen oder die Häufigkeit von Fahrzeugbränden oder Wildunfällen eine Rolle. So kann es durchaus passieren, dass die Versicherung ein Fahrzeug in der reinen Haftpflicht in einer niedrigeren Regionalklasse einstuft, als in der Vollkasko.

Vergleichen und Verhandeln

Den größten Einfluss auf den Versicherungstarif haben alle persönlichen Merkmale des Versicherungsnehmers: das Alter, die Fahrerfahrung, Familienstatus oder Beruf. Welche Parameter alle in den Algorithmus einfließen und wie sie gewichtet werden – ein Geheimnis der Versicherungsbranche. Jedenfalls wächst mit jedem unfallfreien Jahr der persönliche Schadenfreiheitsrabatt. Wenn die Versicherung wegen einer höheren Typklasse die Prämie erhöht, kann man kündigen und zu einer günstigeren Versicherung wechseln.Einfach zu bedienende Vergleichsportale gibt es viele im Internet. Und auch der Abschluss einer Versicherung funktioniert in aller Regel problemlos online. Auch wenn Sie bisher eigentlich ganz zufrieden mit Ihrer Versicherung waren: Vergleichen lohnt sich in jedem Fall. Denn mit dem Ergebnis schafft man bei der bisherigen Versicherung oft Verhandlungsspielraum.


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