Anstehender Jahreszeitwechsel in den Herbst fordert vermehrt Wildunfälle mit teils hohem Sachschaden – Was können Fahrzeugführer tun?

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Bereits mehr als 310 Wildunfälle mit einem Gesamtschaden von mehreren hunderttausend Euro wurden im gesamten Schwarzwald-Baar-Kreis dieses Jahr bislang polizeilich gemeldet – 73 davon alleine in den Monaten Juli bis September und mit Blick auf den bevorstehenden Herbst mit zu erwartender steigender Tendenz.

 „Spitzenreiter“ sind hierbei im Schwarzwald-Baar-Kreis die Bereiche um Villingen-Schwenningen mit 50, Donaueschingen mit 33, St. Georgen im Schwarzwald mit 32, Bad-Dürrheim mit 30 und Königsfeld im Schwarzwald mit 22 Wildunfällen.

Hierbei ist der Ablauf eines Wildunfalls fast immer identisch: Fahrzeugführer, die auf einer der Straßen im Landkreis unterwegs sind, werden plötzlich damit konfrontiert, dass ein Tier meist im Dunkeln die Fahrbahn überquert. Oft passiert das so schnell, dass keinerlei Möglichkeit zur Reaktion bleibt und es in Folge zum Zusammenstoß zwischen Fahrzeug und dem Wild kommt – aktuell zumeist Rehwild. In fast allen Fällen blieben die Insassen der betroffenen Fahrzeuge unverletzt oder zogen sich allenfalls leichtere Verletzungen zu. Allerdings werden die Tiere bei solchen Zusammenstößen in der Regel getötet oder schwerst verletzt – an den Fahrzeugen entsteht erheblicher Sachschaden.

Absolut erklärbar sind die Gründe, warum insbesondere das Rehwild zum gefühlt etwas früher einsetzenden Herbst (und dem Rückgang der täglichen Sonnenstunden) alljährlich mobiler ist, beziehungsweise wird: Zum einen haben die Tiere in dieser Jahreszeit einen erhöhten Nahrungsbedarf und versuchen sich langsam aber sicher einen Wintervorrat (-Speck) anzufressen. Hierbei kommt ihnen besonders gelegen, dass auf den landwirtschaftlichen Flächen über kurz oder lang reife Frucht zur Ernte ansteht oder dann eine Zwischenfrucht wächst. Ein willkommenes Nahrungsangebot, dem die Tiere nur schwer widerstehen können und deshalb in aller Regel morgens und abends auf dem Weg zu den Äsungsflächen auch vermehrt Straßen überqueren. Zum anderen werden die noch kleineren Tiere – die Kitze – im Herbst langsam selbstständiger und laufen dann unkontrolliert los. Während die ausgewachsenen Tiere im Bereich von Straßen durchaus vorsichtig sind, trifft dies eben auf die Jungtiere noch nicht zu. Betroffen hiervon vor allem Straßen, die durch Waldgebiete führen oder im Übergangsbereich zu Feldern liegen.

Was kann man also tun, um einen Wildunfall möglichst zu vermeiden?

Reduzieren Sie die Geschwindigkeit auf Strecken, wo es bekanntlich viel Wildwechsel gibt und beachten Sie unbedingt die entsprechenden Gefahrenzeichen. Das heißt: Fuß vom Gas, fahren Sie konzentriert und schalten sie nachts das Fernlicht ein, denn die Augen der Tiere wirken wie Rückstrahler. Achten Sie soweit möglich außerdem auf Wald- und Straßenränder. Bei Wildwechsel bremsen Sie, ohne den nachfolgenden Verkehr zu gefährden und blenden Sie ab, um den Tieren die Sicht zu ermöglichen. Sollte ein Zusammenstoß unvermeidbar sein, halten Sie das Lenkrad fest und vermeiden Sie unkontrollierte Ausweichmanöver, die für Fahrzeuginsassen um ein vielfaches gefährlicher sein können, als der Zusammenstoß mit dem Wild. Wenn es tatsächlich zu einer Kollision kommt, sichern Sie unverzüglich die Unfallstelle und verständigen Sie über Notruf die Polizei, die Ihnen vor Ort weiterhilft. Nehmen Sie niemals verletztes oder getötetes Wild mit, denn schon dieser Umstand kann den Tatbestand der Jagdwilderei erfüllen.


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