Alkohol und Drogen

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alkoholDie Wirkung des Alkohols und der Drogen wird von vielen Autofahrern immer wieder unterschätzt. Bei nahezu jedem zweiten Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang ist Alkohol im Spiel.

Liegt eine Alkoholstraftat vor, führt dies zur Entziehung der Fahrerlaubnis und zu einer Geld- oder sogar Haftstrafe. Im Bußgeldbereich hat ein Alkoholsünder mit folgenden Sanktonen zurechnen.


Bußgeld Alkohol / Drogen

TBNRVerstoßBetrag in €Pkt FV in
Monaten
FaP
Alkohol
243In der Probezeit nach § 2a StVG oder vor Vollendung des 21. Lebensjahres als Führer eines Kraftfahrzeuges
- alkoholische Getränke zu sich genommen oder
- die Fahrt unter der Wirkung eines alkoholischen Getränkes angetreten
250 1 PA
0,5 - 1.09 Promille:
Führen eines Kraftfahrzeuges mit einer Alkoholkonzentration im Atem oder im Blut oder einer Alkoholmenge, die zu einer Atem- oder Blutalkoholkonzentration geführt hat von 0,25 mg/l bis < 0,55 mg/l oder 0,5 Promille bis 1.09 Promille:
241erstmaliger Verstoß5002 P1A
241.1bei Eintragung von bereits einem Alkoholdelikt im Fahrerlaubnisregister 1.0002 P2A
241.2bei Eintragung von bereits mehreren Alkoholdelikten im Fahrerlaubnisregister 1.5002 P2A
ab 1,1 Promille liegt eine Straftat vor. Dasselbe gilt bereits ab 0.3 Promille und einem alkoholbedingten Fahrfehler / Unfall.Geld-/ Haftstrafe3 PEntziehung der FahrerlaubnisA
Bei Wiederholungstätern kann die Fahrerlaubnisbehörde auch weiteregehende Maßnahmen anordnen, wie die Vorlage eines medizinisch-psychologischen Gutachtens (MPU), wenn Zweifel an der Fahreignung bestehen.
Drogen
Führen eines Kraftfahrzeuges unter der Wirkung eines berauschenden Mittels (Anlage zu § 24a Abs.2 StVG)
242erstmaliger Verstoßbei 5002 P1A
242.1bei Eintragung von bereits einem Drogenverstoß im Fahrerlaubnisregister 1.0002 P3A
242.2bei Eintragung von bereits mehreren Drogenverstößen im Fahrerlaubnisregister 1.5002 P3A
Bei Wiederholungstätern bzw. der Art der Drogen kann die Fahrerlaubnisbehörde auch weiteregehende Maßnahmen anordnen, wie die Vorlage eines medizinisch-psychologischen Gutachtens (MPU), wenn Zweifel an der Fahreignung bestehen.
Berauschende MittelSubstanzen Grenzwerte in ng/mlGrenzwerte in ng/ml
CannabisTetrahydrocannabinol (THC)1 ng/ml 0,001 mg/l
HeroinMorphin10 ng/ml0,01 mh/l
MorphinMorphin 10 ng/ml0,01 mh/l
Cocain Benzoylecgonin75 ng/ml0,075 mg/l
CocainCocain 10 ng/ml0,01 mg/l
AmfetaminAmfetamin25 ng/ml0,025 mg/l
AmfetaminMethylendioxyamfetamin (MDA)25 ng/ml0,025 mg/l
AmfetaminMethylendioxyethylamfetamin (MDE)25 ng/ml0,025 mg/l
AmfetaminMethylendioxymetamfetamin (MDMA)25 ng/ml0,025 mg/l
MetamfetaminMetamfetamin25 ng/ml0,025 mg/l
Bei Mischkonsum gelten die Grenzwerte nicht Angaben ohne Gewähr

Legende  
€*: Die im Bußgeldkatalog bestimmten Euro-Beträge sind Regelsätze. Sie gehen von gewöhnlichen Tatumständen und in Abschnitt I des Bußgeldkatalogs von fahrlässiger Begehung aus (§ 1 BKatV). Befinden sich im Fahrerlaubnisregister bereits Eintragungen, kann dies zu einer Erhöhung des Bußgeldes führen.
Wird ein Tatbestand des Abschnitts I des Bußgeldkatalogs vorsätzlich verwirklicht, für den ein Regelsatz von mehr als 55 Euro vorgesehen ist, so ist der dort genannte Regelsatz zu verdoppeln (§ 3 Abs. 4 BKatV). Unter Umständen kann sogar ein Fahrverbot hinzukommen.

Zum Bußgeld kommen noch Verwaltungsgebühren hinzu.
Pkt.: Punkte, die im Fahreignungsregister eingetragen werden
FV: Fahrverbot (in Monaten)
**) Fahrverbot, wenn bereits eine Geschwindigkeitsüberschreitung von mindestens 26 km/h begangen wurde und innerhalb eines Jahres nach Rechtskraft der Entscheidung eine weitere Geschwindigkeitsüberschreitung von mindestens 26 km/h begangen wird. (§ 4 Absatz 2 Bußgeldkatalog-Verordnung (BKatV) oder beim 3. Eintrag eines Geschwindigkeitsverstoßes
FaP: Fahrerlaubnis auf Probe (A = schwerwiegender Verstoß; B = weniger schwerwiegender Verstoß). Mit folgenden Konsequenzen ist zu rechnen:
Eintragung vonMaßnahme der Fahrerlaubnisbehörde
einem A-Delikt
oder
zwei B-Delikte
Anordnung
zur Teilnahme an einem Aufbauseminar
und Probezeitverlängerung um 2 Jahre.
ein weiteres A-Delikt
oder
zwei weitere B-Delikte
Verwarnung
und Empfehlung, an einer verkehrspsychologischen Beratung teilzunehmen
noch ein weiteres A-Delikt
oder
noch zwei weitere B-Delikte
Entziehung der Fahrerlaubnis
TBNR: Tatbestandsnummer (Bußgeldkatalognummer)
Stand: 2016