LKW-Kartell: Flughäfen klagen auf Schadensersatz

641

Rekordgeldbußen von 3,8 Mrd. EUR hat die EU-Kommission in 2016 und 2017 gegen Mitglieder im sogenannten LKW-Kartell verhängt. Das betrifft die Unternehmensgruppen DAF, Daimler, Iveco, MAN und Volvo/Renault. Die EU-Kommission hat darauf hingewiesen, dass Geschädigte die Möglichkeit haben, Schadensersatzansprüche gegen die Kartellanten geltend zu machen. Flughäfen sind durch dieses Kartell massiv geschädigt worden.

Flughäfen kooperieren mit der Deutschen Bahn

Der Flughafenverband ADV kooperiert seit etwa einem Jahr mit der Deutschen Bahn zur Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen. ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel sagt: „Die Flughäfen haben sich für eine Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn entschieden, die über eine hohe Fachkompetenz in Kartellfragen verfügt. Ich bin überzeugt, dass es den Flughäfen gelingt, im Verbund mit der Deutschen Bahn und weiteren Unternehmen erhebliche Schadensersatzansprüche durchzusetzen.“

Am 20.12.2017 hat die Deutsche Bahn gegen die am LKW-Kartell beteiligten Unternehmen ein Gerichtsverfahren eingeleitet. Darin machen die ADV-Mitgliedsflughäfen in Deutschland und Österreich ihre Schadensersatzansprüche geltend. Die Klage vor dem Landgericht München richtet sich gegen die involvierten Unternehmensgruppen. Diese Unternehmen haben mindestens in den Jahren 1997 bis 2011 verbotene Preisabsprachen, insbesondere zu den Bruttolistenpreisen für Lastkraftwagen, getroffen.