Richtig sitzen im Auto – Tipps zur optimalen Positionierung

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sitzen-im-auto-770887_1280Die Bedeutung der richtigen Sitzposition in Notfallsituationen wird von vielen Autofahrern unterschätzt. Dabei ist sie elementar, um im Ernstfall ungehindert reagieren zu können. Darüber hinaus beugt richtiges Sitzen insbesondere bei Pendlern Rücken- und Gelenkbeschwerden vor. Wir erklären, wie Sie in Ihrem Fahrzeug korrekt Platznehmen und worauf es beim Einstellen von Rückenlehne, Sitzfläche, Kopfstütze und Lenkrad ankommt.

Rückenlehne – Wirbelsäule entlasten

Rückenschonend sitzen Sie in Ihrem Wagen mit einer möglichst aufrechten Haltung. Daher sollte die Rückenlehne des Fahrersitzes entsprechend eingestellt werden. Vorteilhaft am aufrechten Sitzen ist, dass bei einem Unfall die Halswirbel geschont werden, da der Abstand zwischen Kopf und Kopfstütze minimal ist. Im Idealfall liegen die Schulterblätter stets an der Rückenlehne an. Egal ob Sie geradeaus fahren oder Kurven.Die Arme müssen leicht angewinkelt sein.

Sitzfläche – Sitzneigungsverstellung nutzen

Die Sitzhöhe muss es erlauben, dass die Augen ungefähr auf halbe Höhe der vorderen Autoscheibe blicken. Nur so ist ein angemessener Rundum-Blick gewährleistet. Prüfen Sie, ob Sie alle Instrumente bequem ablesen können. Um ein Abschnüren der Oberschenkel und eine komfortable Position der Beine insgesamt zu erzielen, muss zum einen die Sitzfläche vor der Kniekehle enden. Zum anderen darf die Vorderkante des Autositzes nicht zu hoch sein. Dies lässt sich über die Sitzneigungsverstellung anpassen. Allerdings gibt es diese Einstellungsmöglichkeit nicht in jedem Fahrzeug.

Ob der Sitz weitgenug vorne ist, stellen Sie fest, in dem Sie die Pedale einmal vollständig durchtreten. Jetzt dürfen Ihre Knie nicht durchgestreckt sein. Ist dies dennoch der Fall, müssen Sie mit dem Gesäß näher zum Lenkrad. Der Abstand zwischen Oberkörper und Lenkrad darf aber nicht weniger als 25 Zentimeter betragen. Dies ist im Zusammenhang mit dem Öffnen des Airbags unerlässlich.

sitzen-im-auto-driver-1149997_1280Praktisches Zubehör für Rückenlehne und Sitzfläche

Da jeder Körper individuell ist, lässt sich nicht jeder Fahrersitz perfekt an dessen Formen anpassen. Um dennoch eine ideale Körperhaltung zu gewährleisten, können Sie praktisches Zubehör einsetzen. Im Rückenbereich sind Lordosenstützen empfehlenswert. Diese können in Form von speziellen Lordosekissen nachträglich integriert werden. Generell handelt es sich bei Lordosenstützen um Rückenstützen mit ausgeprägter ergonomischer Formgebung. Sie unterstützen die natürliche Wirbelsäulenkrümmung: Die Lendenwirbelsäule ist in der Regel Richtung Bauch gebogen, was man als Lordose bezeichnet. Daher die Bezeichnung Lordosenstützen. Mit einem nachträglich montierten Lordosekissen können Sie die Wirbelsäule entlasten.

Sie haben das Gefühl trotz sämtlicher Einstellungen und Maßnahmen nicht hoch genug zu sitzen? Oder drücken möglicherweise die Oberschenkel unangenehm in die Sitzfläche? Dann könnte ein Keilkissen eine Lösung sein. Damit können Sie die Position des Pos erhöhen und den gesamten Sitzkomfort verbessern. Zudem beugen die Kissen Verspannungen vor, selbst auf Langstrecken. Bei der Auswahl von Keilkissen sollten Sie auf eine Antirutsch-Beschichtung und luftdurchlässige Materialien wert legen, welche unangenehmes Schwitzen verhindern. Hochwertige Keilkissen und Lordosekissen können Sie entweder im stationären Sanitätshaus kaufen, oder unabhängig von Öffnungszeiten in Internet-Sanitätshäusern wie Semed.

Kopfstütze – Ausschlaggebend beim Aufprall

Die Kopfstütze leistet bei einem Aufprall wertvolle Arbeit. Schließlich fängt sie den Kopf auf und verhindert das gefährliche Abknicken der Halswirbel. Allerdings kann das Element den Körper nur schützen, wenn esden Anforderungen gerecht wird. Passen Sie die Stütze an Ihre Körpergröße an und positionieren Sie sie möglichst hoch. Eine gute Orientierung ist die Kopfoberkante. Die Kopfstütze sollte bündig mit ihr abschließen.

Lenkrad – Einstellen nicht vergessen!

Im Großteil der Fahrzeuge ist das Lenkrad nicht nur in der Höhe, sondern auch im Winkel veränderbar. Diese Funktion wird jedoch nur von wenigen Fahrern genutzt. Schade eigentlich, denn dieses praktische Detail macht oft den entscheidenden Unterschied. Das Lenkrad muss sehr steil eingestellt sein. Das entlastet die Handgelenke und die gesamte Armmuskulatur. Die Schultern haben immer Kontakt mit der Rückenlehne. Die Beine sollten keinen Kontakt mit dem Lenkrad haben, weder auf Geraden noch in Kurvenlage.

Die wichtigsten Tipps im Überblick:

  • Rückenlehne aufrecht einstellen
  • Kopfstütze schließt mit Kopfoberkante ab
  • Wenn möglich Sitzneigungsverstellung nutzen und ein Durchdrücken der Oberschenkel vermeiden
  • Sitzfläche endet einige Zentimeter vor der Kniekehle
  • Pedalen sind gut erreichbar
  • Beim durchgetretenen Pedalist das Knie leicht gebeugt
  • Arme sind leicht angewinkelt
  • Schulterblätter haben Kontakt mit der Rückenlehne
  • Mindestabstand von 25 Zentimetern zwischen Lenkrad und Oberkörper wird eingehalten
  • Lenkrad ist steil positioniert
  • Beine haben keinen Kontakt zum Lenkrad

Im folgenden Video zeigt Rallyefahrerin Jutta Kleinschmidt, wer falsch im Auto Platz nimmt und verdeutlicht, wie man sich richtig hinter das Steuer setzt:

Hier geht’s zum Video

Praktische Tipps zum Positionieren von Kindersitzen, haben wir in einem separaten Beitrag erläutert.

 


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